Nina Ruge: Eine Stimme für ein längeres, bewussteres Leben
Shownotes
Nina Ruge gehört zu den bekanntesten Journalistinnen und Moderatorinnen Deutschlands. Nach einer erfolgreichen Fernsehkarriere widmet sie sich heute ihrer großen Leidenschaft: der Wissenschaft rund um gesundes Altern und Langlebigkeit. Als Bestsellerautorin, Unternehmerin und Expertin für Healthy Longevity erreicht sie Millionen Menschen mit wissenschaftlich fundierten Inhalten.
Im Podcast spricht Nina Ruge über Mut zur Veränderung, Wendepunkte in ihrem Leben, die Bedeutung von Gesundheit und warum Stress nicht immer schlecht sein muss. Ein inspirierendes Gespräch über ein langes, bewusstes Leben – und darüber, warum „alles gut wird, aber nicht von alleine“.
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00:00:01: Feuer und Flamme, der Südtirol I Podcast zum Sonntagsfrühstück.
00:00:08: Heute haben wir einen Gast bei uns, den viele sofort mit Fernsehen, großen Moderationen und die achzehnte langer Medienpräsenz verbinden.
00:00:16: Aber genau das macht diese Frau so spannend – sie hat irgendwann beschlossen nochmal ganz neu anzufangen!
00:00:38: Nina Ruger, jetzt bei dir Magdalena.
00:00:42: Feuer und Flamme
00:00:43: – das
00:00:44: Sonntagsfrühstück!
00:00:45: Willkommen hier am grössten Frühstück des Landes!
00:00:49: Danke dass ich da sein darf, Magdalina
00:00:51: Sie sind ja noch ganz kurz in Südtirol leben normalerweise zwischen der Schweiz und der Skarnagel.
00:00:56: Aber wie gut du diese Zeit hier in Südtirol auch wenn sie nur so kurz ist?
00:01:00: Ja also ich war erstaunt als ich an Bahnhof ankam in Bozen.
00:01:04: So ganz modern Werde er jetzt?
00:01:07: Nicht.
00:01:08: Das hat mich erstaunt!
00:01:11: Man musste auch um die Treppen runter zu laufen, ich bin paar Tage unterwegs und habe ein bisschen Gepäck.
00:01:17: Ja das war ein gutes Training.
00:01:19: Nein, ich finde die Altstadt wunderschön und das hat mich motiviert mehr zu sehen von Bootsen.
00:01:27: Ich kenne es nämlich nur sehr oberflächlich.
00:01:29: Und vom Feeling her geht's Ihnen gut hier in Südtirol?
00:01:31: Absolutlich!
00:01:33: Ich sage immer bzw mein Mann sagt immer wir sollten ein Königreich bilden in die Südtirola die Bayern und die Österreicher.
00:01:41: Nina, Sie haben gesagt oder Sie haben einmal gesagt wir selbst haben eigentlich einen starken Einfluss was unser Leben betrifft damit es uns gut geht.
00:01:49: das haben sie sind eigentlich das beste Beispiel dafür weil sie haben nach dreißig Jahren wirklich diesen total also diese Kärtwände gemacht.
00:01:58: war das allein der Arzt damals der gesagt hat mal einen Gang runterschrauben oder kam da der Impuls auch von Ihnen raus damals?
00:02:06: Der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist.
00:02:09: Das ist mein Lieblingsspruch von Louis Pasteur und mein ganzes Leben, auch meine ganze berufliche Laufbahn ist durchzogen von Zufällen.
00:02:19: Ich war irgendwann... ein bisschen zu alt fürs Fernsehen.
00:02:22: Das ist einfach so, bei Männern gilt das nicht ganz so streng aber bei Frauen ist es nach wie vor noch eine gewisse Altersdiskriminierung.
00:02:30: da muss ich mich jetzt nicht beschweren.
00:02:32: Es wird sich irgendwann ändern.
00:02:34: in den USA beispielsweise gibt es sehr viele ältere Moderatorinnen aber das ist halt in Deutschland auch nicht so gewesen und habe mir frühzeitig schon gedacht was ich so alles machen würde.
00:02:44: Also auf jeden Fall habe ich viele Vorträge schon gemacht zu Medizinthemen und ich hab viele Konferenzen moderiert.
00:02:54: Und als dann durch der große Zufall wollte, dass sich ein Regenerationsmediziner, der gerade aus Stanford zurückkam als Postdoc traf, da hatte ich in Wien einen großen Forschungspreis moderiert.
00:03:08: im Rahmen dessen habe ich den getroffen Und der sagte, ich möchte ein Buch schreiben.
00:03:12: Sie haben doch schon mit anderen Medizinern so populärwissenschaftliche Bücher geschrieben über das Immunsystem und so.
00:03:20: Können sie nicht auch im Buch über Long Javiti schreiben?
00:03:23: Dann habe ich gesagt ... Was ist es bitte?
00:03:27: Ich kannte die Vokabel gar nicht!
00:03:29: Das war in dem Jahr zwei tausendsehntzehn.
00:03:31: Und hat mich da reingefuchst in die Zellbiologie des Alters was da passiert in unseren Zellen.
00:03:37: Und das ist ziemlich gruselig.
00:03:39: Ich fand das so spannend, ich hab Biologie studiert.
00:03:44: Von daher gab es keine Probleme zu verstehen ... Aber das Thema gab's damals, als ich studiert habe noch gar nicht die Zählbiologie des Alters und fand es toll, dass ich mich begonnen hat in dieses Thema hineinzufuchsen und hab das Buch dann komplett geschrieben, dreihundertfünfzig Seiten.
00:04:03: Das kamen zwei Tausendzwanzig auf den Markt Und dann war sofort ein Bestseller.
00:04:09: Dann ging das sowieso, war für mich klar ich mache nichts anderes mehr.
00:04:14: Wenn Sie sich mal vergleichen müssten an dieser Stelle die Nina von früher und vor zehn Jahren und die Nina zwanzig sechsundzwanzig was ist der größte Unterschied glauben sie?
00:04:28: Ich bin jetzt Unternehmerin.
00:04:29: Ich habe eine kleine Startup gegründet und wir sind mit unseren Produkten Podcast, das sind meine Kolumnen.
00:04:37: Das sind meine Vorträge.
00:04:38: aber wir organisieren auch ein Kongress nicht wie alleine sondern helfen bei anderen.
00:04:43: also wir machen ganz viel und ich habe natürlich auch noch durch die tiefe Beschäftigung mit der gesunden Langlebigkeit etliches in meinem Leben verändert um länger gesund bleiben zu können.
00:04:54: darüber werden wir heute auch noch sprechen.
00:04:56: aber innerlich wie schaut es aus?
00:05:01: Total schön, weil sich dieses Feld so schnell entwickelt.
00:05:06: Ich selber bin von Anfang an sehr skeptisch gewesen was so schnelle und kommerzielle Versprechen anging Und habe mich immer wissenschaftlich dagegen gewappnet Weil ich Menschen nicht irgendetwas verkaufen möchte Was einfach nichts bringt für eine gesunde Langlebigkeit.
00:05:26: und diese Anerkennung diese vielen Follower, wir erreichen jetzt mit allem drum und dran zweieinhalb Millionen Menschen pro Monat.
00:05:36: Das tut unheimlich gut!
00:05:37: Und auch älter zu werden... Ich werd dieses Jahr siebzig ...und sich so lebendig und fit zu fühlen und überhaupt nichts daran zu denken mal irgendwie Ruhestand, ja Ruhgestand.
00:05:54: Ich weiß gar nicht was das sein soll.
00:05:57: Das ist ein gutes Gefühl.
00:05:58: Wie haben Sie damals begonnen, Ihr Leben so Schritt für Schritt anzupassen?
00:06:02: Was waren denn die ersten Steps?
00:06:04: Oh, das war so mit siebzehn.
00:06:07: Da hab ich angefangen mit Yoga und es hat mich über fünf, zwanzig Jahre nicht losgelassen.
00:06:13: Ayanga-Yoga, dass ich wirklich mit großer Leidenschaft gemacht habe.
00:06:16: Möglichst täglich und das hab ich sehr viel geschafft.
00:06:19: Ich hab immer auch Ausdauersport gemacht.
00:06:23: Entweder joggen gewesen, ich schwimme unheimlich gerne.
00:06:25: Ich habe Jazz-Tanz gemacht, auch ein bisschen leistungsmäßig.
00:06:29: Wir haben auch Auftritte gehabt.
00:06:31: Also ich habe mich immer für Sport begeistern können.
00:06:34: Vieles mag ich nicht, Skifahren zum Beispiel, das darf man hier gar nicht sagen glaube ich oder Golfen mag ich wirklich zu großen Trauer meines Mannes der ein leidenschaftlicher Golfer ist.
00:06:47: Also da habe ich schon mal viel gut gemacht, dann gehöre ich zu der Generation die so Müsli schon toll fanden.
00:06:51: Ich hab Lila-Latzhosen getragen und solche Sachen und fand Müslitol hatte aber damals noch gar keine Ahnung dass man mit Ahorn, Sirup oder Datteln sich ganz viel Fruktose und Zucker in das Müslik tut was wahnsinnig ungesund ist.
00:07:06: also ich habe glaube ich ziemlich viel Zucker gegessen.
00:07:08: So das waren so die ersten Schritte.
00:07:10: aber dass ich dann bewusster mich dem gesunden als ich sehr intensiv gearbeitet habe.
00:07:19: Und wenig geschlafen und mir meinen Dr.
00:07:23: Knobloch nach einem guten und gründlichen Check gesagt hat, Sie müssen da was machen sonst betreiben sie Raubbau an ihrem System.
00:07:32: Da hab ich angefangen mit seinen Hinweisen einiges zu verändern und hab dann auch das Buch geschrieben, dass er erfolgreich war länger jung und gesund.
00:07:44: Was waren seine Tipps?
00:07:46: Die Dinge, die Oma auch schon immer gesagt hat.
00:07:49: Kind ist mehr Gemüse, geh früher ins Bett, schlaf ein bisschen länger bewegt dich mehr und regt dich nicht so auf.
00:07:57: Aber wenn man das ein bisschen runterbricht mit wirklich wissenschaftlich belegten Erkenntnissen versehene Verhaltensweisen ... Dann war das also erst mal Zucker weglassen Fleisch weglassen, hochverarbeitete Lebensmittel weglasen.
00:08:17: Also keine Fertig-Pizza und kein Fertigglassanie und all das.
00:08:21: Die klassische Mittelmeerdiät ... Und zwar die klassische.
00:08:24: Viele denken ja, Mittelmeerdiat wäre so Tiramisu und Sahne-Sauce mit Pasta!
00:08:30: Die klassischen Mittelmeediät ist ganz stark gemüsebasiert also Gemüsesuppen oder Salate oder Gemüseauflauf oder solche Dinge Frisches und gutes Olivenöl dazu.
00:08:45: Kaffee?
00:08:46: Ja, liebe ich!
00:08:47: Und Kaffees ist gut in Maßen.
00:08:50: Ich trinke den ohne Milch.
00:08:51: Diese ganze Milchdiskussion, Milch ist schlecht Hafermilch, besser Mandelmilch.
00:08:56: Da ist nach neuesten Erkenntnissen nur eins dran das nämlich Hafermilch wirklich viel Zucker enthält.
00:09:04: Und wenn man meint, dass das die Alternative wäre zur Kuhmilch.
00:09:09: Ist es wirklich eine Irreglaube?
00:09:11: Also Kaffee trinke ich meistens vormittags und vielleicht habe ich Lust nach dem Essen noch mal ein Espresso zu trinken.
00:09:17: Heute zeigen wir die Forschungsergebnisse einfach.
00:09:21: Da sind Polyphenole drin, die sind gut.
00:09:24: Wenn man sich das literweise rein kippt ist das natürlich nicht zu empfehlen.
00:09:29: Die Dosis macht immer das Gift!
00:09:30: Mir kommt manchmal vor, man isst so überfordert Social Media voll, ein Dschungel von Tipps und wir wissen manchmal nicht mehr wohin.
00:09:38: Was würden Sie uns raten?
00:09:40: Das ist wirklich ein Riesenthema und das ist mit Social Media explodiert weil natürlich guckt jeder was wird da so angeboten?
00:09:50: und da sind Influencer die unglaublich überzeugend und toll aussehend und eloquent einem erzählen dass man jetzt jeden tag mindestens fünf dicke Esslöffel mit einem Proteinpulver zu sich nehmen muss.
00:10:05: Das ist für den normalen Menschen nicht durchschaubar, das ist wirklich tragisch.
00:10:11: Deshalb bezeichne ich mich ja auch als Bullshitfilter weil eben im Netz so viel Bullshit unterwegs ist und ich denke tatsächlich es gehört eine Gesundheitskompetenz dazu überhaupt mit den heutigen Medien so umgehen zu können, dass man sich seriöse Informationen rausholt.
00:10:31: Das müssen wir auch in der Schule lernen!
00:10:32: Ich habe jetzt gerade ein Podcast gemacht mit Professor Okan aus von der TU München, der nur über Gesundheitskompetenz forscht und er sagt zum Beispiel in Deutschland haben seventy-fünf Prozent der Menschen eine schlechte Gesundheitskompatenz.
00:10:47: das heißt sie wissen nicht wo Sie seriös Informationen herbekommen wie sie sich gesund erhalten können.
00:10:56: ganz schlechte Gesundheitskompetenz in psychischen Themen, mentalen Themen.
00:11:01: Also Angststörungen oder auch Stress Burnout Symptome und vieles andere mehr.
00:11:09: Woher sollen sie es haben?
00:11:10: Das ist kein Vorwurf sondern das bedeutet dass man sich schon darüber klar werden muss und bewusst werden muss.
00:11:16: in den Schulen brauchen wir Hilfe wie finde ich gute Informationen wo sind die Seiten im Netz?
00:11:25: Aber auch so ein eigenes, kritisches Gefühl zu entwickeln.
00:11:31: Man kann nicht ständig alle Studien überprüfen die dahinterlegt sein sollen um sich aus dem Bauchgefühl mehr leiten zu lassen.
00:11:41: Nee also das kann jetzt nicht gut sein.
00:11:44: Haben Sie sich manchmal auch schwergetan mit dem Nein sagen und Stopp sagen?
00:11:48: oder war das für sie auch ein Lernprozess?
00:11:51: Ich bin Jungfrau vom Sternenzeichen, die sind sehr konsequent.
00:11:56: Und sehr willensgesteuert!
00:11:58: Mir ist nur eins schwer gefallen, nämlich mir das Rauchen abzugewilden.
00:12:02: Da war ich allerdings neunundzwanzig, hab mit einer Freundin zusammengelebt in einer Wohngemeinschaft, die eine ganz starke Raucherin war und ich habe es dann immer mal wieder geschafft aufzuhören und dann saß sie da qualmend neben mir.
00:12:17: Und dann hatte ich einen Freund, einen Architekten der überhaupt nicht geraucht hat und das ganz schrecklich fand.
00:12:25: Das war noch mal ein Pusch!
00:12:28: Dann habe ich mir aber willentlich gesagt du machst es nie wieder.
00:12:32: Es ist ja auch so wenn du von der Sucht runter bist und dann brauchst du den Willen... ...dann ist auch dieser körperliche Effekt nicht mehr da dass du es unbedingt wieder haben willst.
00:12:41: Beim Zucker ist ja eine Droge Und wenn man mal testet und eine Woche lang wirklich kein Zucker im Kaffee, keine Desserts, keine Süßspeisen zwischendurch auch nicht so süßes Obst zu sich nimmt.
00:12:55: Man merkt der ganze Hypers weg?
00:12:58: Ich will gar nicht mehr!
00:13:00: Das ist schon ne interessante Erfahrung die hilft.
00:13:03: Frau Ruge, wenn wir das Ganze mal runterbrechen.
00:13:05: ich habe gelesen.
00:13:06: Sie haben gewisse Rituale entwickelt in ihrem Leben.
00:13:08: sie stehen am Morgen auf Wenn wir das mal durch ihren Tag marschieren, sozusagen gemeinsam.
00:13:21: Da brauchen wir ziemlich lange, wenn man das tut ... Das passt super!
00:13:23: Ich stehe erst einmal auf und begrüße den Tag.
00:13:25: Ich sage immer Willkommentag weil diese Dankbarkeit die damit verbunden ist für dieses Leben dass ich noch haben darf und mir jeden Morgen bewusst zu machen ist für mich ein ganz ganz wichtiges Ritual.
00:13:41: Und da ich Haustiere habe, ich hab zwei Katzen und einen Hund.
00:13:46: Es ist eine ganz große Freude, sie zum Einen zu kraulen.
00:13:50: Manche sind dann auch im Bett oder zur Bürsten.
00:13:55: Eben das hab ich auch gelesen!
00:14:00: Sie dann so versorgen, Futter zu geben, Wasser zu geben ... Ich hab meine beiden Katzen Adoptiert von oder übernommen von einem Ehepaar, die nicht mehr halten konnten.
00:14:11: Die sind jetzt schon ein bisschen älter und die müssen auch kriegen Medikamente.
00:14:16: Und so muss man auch öfter machen regelmäßig.
00:14:20: aber ich tue das gerne und mein Hund muss natürlich raus um Pipi zu machen erst mal.
00:14:24: Das ist jetzt sehr privat!
00:14:28: Aber Ich mag dass weil es mich erdet und ich Frühstück halt nicht groß.
00:14:34: Sowieso Intervallfasten gemacht, also morgens gar nichts gefrühstückt.
00:14:38: Nur grünen Tee und ein bisschen Flosamenschalen und Zitrone.
00:14:41: Und natürlich vorher ganz viel warmes Wasser trinken.
00:14:46: Heute, damit ich auf meine Proteinmenge als ältere Dame komme ... Da gibt's bei mir mein Joghurt.
00:14:55: Also Skier mit Joghard gemixt.
00:14:58: Und da kommen dann auch eine ganze Menge Nahrungsergänzungsmittel rein in Pulverform.
00:15:04: Weizenkeime und solche Dinge.
00:15:07: Aber kein Zucker, kein Brot ... Also was gibt's nicht?
00:15:12: Sie strahlen ja so richtig schön, haben einen schönen Schwung.
00:15:15: Da ist richtig ansteckend!
00:15:17: Gibt es aber auch mal so richtige Nullbock-Dage?
00:15:21: Nee.
00:15:21: Nie?
00:15:22: Gar nie?
00:15:23: Nein, einfach nur müde.
00:15:25: Heute Morgen bin ich in München aufgewacht und musste relativ früh zum Zug.
00:15:31: Und wenn, hatte wenig geschlafen und weiß ich hab heute wieder viel zu tun mit ihnen Magdalena zum Beispiel.
00:15:38: Dann merk' ich so... Also ich würde jetzt eigentlich gerne so Hängematte.
00:15:44: Und es geht halt nicht.
00:15:46: Das Wichtige ist, einfach Ja zum Leben zu sagen und zu dem was isst und ich ständig damit zu hadern und zu fragen hätte Fahrradkette für sich beschweren.
00:15:58: das Wort finde ich so toll macht einen schwer.
00:16:02: Ich habe mich dafür entschieden dass ich jetzt hier nach Bozen fahre und den ganzen Tag Interviews mache um Vortrag.
00:16:09: Ich mache das und mach es mit Freude.
00:16:11: Dann geht's weiter in die Toskana, ich habe vorhin schon gesagt Sie leben ja teilweise noch Schweiz, teilweise nur Toskaner?
00:16:16: Aber
00:16:16: ich bin unglaublich privilegiert, dass sich in zwei so wunderschönen Orten leben darf.
00:16:22: In der Toskhana ist es eben einsamer als in der Schweiz.
00:16:28: Das ist kein Ort, das sind vier Häuser.
00:16:32: Man muss halt ein bisschen fahren nicht weit um in eine kleine Stadt zu kommen.
00:16:37: Das ist fast noch eine stärkere Beziehung zur Natur und den Jahreszeiten, weil diese toskanische Natur von einer Wucht.
00:16:49: Und natürlich auch von einer Härte.
00:16:54: Wir haben gerade eine Fieber bei uns direkt vor dem Haus gefunden oder ... Ich meine, wenn mein Hund da drauf dringt, das wäre Horror!
00:17:03: Oder es gibt halt viel mehr Insekten... Also muss man schon ein bisschen aufpassen?
00:17:09: Aber es gibt nicht nur Licht, es gibt überall Schattenseiten.
00:17:13: Viele Menschen fühlen sich heute oft getrieben von Erwartungen, Tempo, ständigem Vergleich dieser
00:17:18: Stress.
00:17:19: Stress ist ein wichtiges Thema auch für unsere Gesundheit.
00:17:22: vielleicht so ihre Top-Drei-Tipps weil das ist zwar ein großes Feld aber ihre Top drei Tipps für uns alle die sie hier mitgeben möchten?
00:17:31: Ich finde alle Alterungsprozesse sind doch ganz wichtig, mal gemessen zu werden.
00:17:39: Also einen Messen.
00:17:41: Stress kann man messen!
00:17:42: Man muss sich jetzt nicht so einen Ring kaufen oder so ein Armband.
00:17:51: Aber das muss man halt dann tatsächlich von einem Mediziner sich bestellen oder von jemandem der mit Stressmanagement zu tun hat ist also ein bisschen aufwendig... Man kann die Herzfrequenz-Variabilität messen.
00:18:06: Und das bedeutet, wir können messen wie stark unser sympathisches Nervensystem arbeitet und wie ununterbrochen.
00:18:18: Wenn wir also Tag und Nacht nur von dem dominiert sind – und das ist der Stresstreiber -, dann haben wir Dauerstress!
00:18:26: Das können wir gar nicht steuern, das gehört zum autonomen Nervensystem.
00:18:29: Wenn wir es also unter Druck fühlen oder selber setzen, dann ist dieser Teil des Nerven-Systems immer aktiv und erhöht den Blutdruck, macht den Atem flach, erhöht die Atemfrequenz, erhögt den Puls, blockiert die Verdauung und vieles andere mehr ungünstig und führt auf Dauer zu bestimmten Alterserkrankungen.
00:18:52: Also weil die Herzfrequenzen Variabilität messen Macht Sinn.
00:18:57: Denn die zeigt, ist der Sympathikus jetzt gerade am Ruder?
00:19:01: Dann ist dein ... Deine Herzfrequenz, dein Puls, tok-tok!
00:19:06: Tok wie ein Metronom.
00:19:08: und wenn du entspannt bist möglichst nachts die ganze Zeit dann is dein Parasympathicus aktiv und dann gibt es so kleine unterschiedliche Variationen.
00:19:23: Und je höher die Variation dass du entspannter ist dieser Muskel und desto stärker ist der Parasympathikus.
00:19:31: Und das sich mal anzuschauen, habe ich nachts auch dieses ... Dann ist die Herzvariabilität niedrig.
00:19:40: also ein niedriger Wert ist schlecht.
00:19:44: dann sollte man sich schon mal anschauen was kann nicht tun um mich Grund zu entspannen?
00:19:52: Ich denke schon, das ist sehr persönlich.
00:19:55: Weil jeder andere Auslöser hat für Stress und damit auch andere Hilfen braucht.
00:20:02: Aber es gibt ein paar Dinge die bei jedem funktionieren und dazu gehört die Simon-Fürzig-Elfatmung.
00:20:08: Die finde ich großartig!
00:20:11: Wenn wir sehr flach und schnell atmen wird der Sympathikus aktiviert also unser Stresssystem.
00:20:17: wenn wir die Atemfrequenz um die Hälfte senken vierzehn auf sieben oder von zwölf auf sechs mal pro Minute, dann wird der Parasympathikus adressiert.
00:20:30: Dann kommt die Entspannung an und das mache ich ganz oft am Tag.
00:20:34: zum Beispiel habe jetzt hier am Fahrstuhl gestanden und dann kam er nicht.
00:20:39: also atme ich tief ein durch die Nase und dann halte ich kurz an und dann ganz langsam durch den Mund wieder ausatmen.
00:20:51: Und das entspricht so in etwa vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden ausatmen.
00:20:57: Kleine Pause und dann weiter.
00:21:00: Und forty-seven elf?
00:21:01: Weil es wäre ganz schön wenn man das elf Minuten schafft.
00:21:05: Man kann das beim Fernsehen machen, man kann das egal wo man sitzt im Zug oder so.
00:21:11: Das tut wirklich gut.
00:21:12: Wenn man's ein paar Mal probiert hat spürt mans unmittelbar.
00:21:16: Mach ich jemals vor dem Einschlafen
00:21:17: auch ganz toll?
00:21:19: ja Wenn es ums Schlafen geht, was ich noch sehr liebe ist zum einen das Dankbarkeitsritual.
00:21:28: Also wirklich sich hinlegen und durch den ganzen Körper reisen und sich bei allen bedanken, die da mal wieder ohne dass sie irgendwie gemuckt haben ihre Arbeit getan haben bis hin zu Magen und zur Lunge Muskeln des Oberarms und zur Zunge.
00:21:49: Und dabei natürlich auch ganz bewusst entspannen.
00:21:53: Frau Ruge, spulen wir vielleicht noch ein paar Jährchen zurück in Ihre Kindheit?
00:21:58: Wie waren Sie damals schon so wissbegierdig hinter den Büchern oder draußen entdeckern ... wie war es damals in Ihrer Kindheit ?
00:22:07: Ich war so ein schüchternes Mädchen.
00:22:11: Immer am Rockzipfel der Mama.
00:22:13: In meinen Eltern waren ziemlich verzweifelt, meine ältere Schwester war nämlich so ein Haudigen und ganz mutig Und ich habe mich noch niemals zum Bäcker getraut.
00:22:24: Die wussten gar nicht, was sie damit mit mir machen sollten.
00:22:28: Das hat sich dann aber mit der Pubertät geändert.
00:22:32: Ich habe sehr früh Abbie gemacht und bin dann mit Knall und Fall von zu Hause ausgezogen in eine Wohngemeinschaft.
00:22:38: Und hab mich tatsächlich so getestet, dass ich mich neu erfinden konnte.
00:22:45: Dann das Biologiestudium mit Auszeichnung?
00:22:48: Ehrgeizig sind Sie definitiv auch?
00:22:50: Es ist in mir drin und das habe ich von meinen Eltern.
00:22:54: Alles, was ich mache, mach ich richtig.
00:22:56: Was treibt Sie heute am Allermeisten
00:22:58: an?
00:23:00: Es ist wirklich die Neugier auf der einen Seite.
00:23:03: Ich habe im Zug auch wieder die Newsletter gelesen, die neuesten Studien dieses Feld der Gesundheits- und Präventionsforschung.
00:23:15: Und was man heute tun kann, das ist explodiert.
00:23:20: Immer wieder zu schauen, was da Neues gibt es einfach ... Ich glaube es gibt jedem so, wenn man in einem Fach wirklich gut und tief drin ist.
00:23:29: Und so viele Facetten kennt dann ist es einfach faszinierend sich da drin weiter wie ein Fisch im Wasser herum zu wimmeln.
00:23:40: Was mich noch antreibt ist tatsächlich die Rückmeldung von den vielen Zuschauerinnen und Zuhörern dass sie toll finden und für ihr Leben etwas mitnehmen können, von dem was ich in serviere.
00:23:56: Und da will ich natürlich noch mehr servieren!
00:23:58: Vielleicht auch Verantwortung oder?
00:24:00: So ein bisschen fühlen Sie sich manchmal auch ein bisschen verantwortlich dann auch für Ihre Zuhörer zu Schauer?
00:24:07: Naja, ich fühle mich verantwortlicher dafür dass sie irgendwann mal anfangen selbst Verantwortung zu übernehmen weil wir können.
00:24:14: letztlich kann man das gespürt und die Pflege der eigenen Gesundheit überhaupt nicht delegieren.
00:24:22: Man kann sich Rat suchen, klar aber machen muss man es halt selber.
00:24:26: Frau Ruhe schauen wir mal gemeinsam ein bisschen in die Zukunft.
00:24:29: Sie sind fünffache Bestsellautorin haben einen Superpodcast am Laufen Aber sie haben wahrscheinlich immer noch Ziele und Visionen an.
00:24:37: Woran arbeiten Sie gerade noch im Kopf vielleicht?
00:24:41: Also ist wirklich so.
00:24:42: der Podcast das sage ich jetzt heißt Stay Young mit einem Y in der Mitte.
00:24:50: Es ist schon eines meiner wichtigsten Babys, weil ich jeweils einen Top-Expertenwissenschaftler war es auch immer für eine Stunde im Interview habe und versuche den so verständlich zu befragen dass meine Zuhörerinnen und Zuschauer wirklich mit einem Ah jetzt hab' ich was für mich mitgenommen ausgehen.
00:25:14: Und das führt dazu, dass viele ein großes Vertrauen haben mir gegenüber Und das möchte ich gerne nutzen.
00:25:20: Ich möchte noch mehr, und das habe ich schon begonnen auch mit Institutionen zusammenarbeiten, Ministerien, Versicherern ... Auch großen Unternehmen die sich viele von denen transformieren sich jetzt.
00:25:38: Ich benutze ganz bewusst diese Vokabel weil es ist wirklich ein Sich vom Kopf auf die Füße stellen nämlich Sick care to healthcare.
00:25:49: Ich gehe erst zum Arzt, wenn ich krank bin und der soll dann reparieren hin zu einem.
00:25:55: wir tun alles dafür dass jeder Mensch Verantwortung übernimmt und das schon als Kind beginnt zu spüren für seine eigene Gesundheit und auch beginnt wirklich mal zu schauen.
00:26:09: ich habe alle Impfungen.
00:26:13: Sollte ich nicht vielleicht mal einen Bluttest machen in der Apotheke?
00:26:17: Man muss ja nicht zum Arzt rennen.
00:26:20: Vernünftig, nicht hypochondrisch aber immer zu gucken ... Ah, vielleicht ... Ich lese auch mich ein bisschen ein in bestimmte Themen oder ich hab bestimmte Krankheiten in der Familie.
00:26:32: Ich frag mal im Netz und zwar seriöse Quellen was das für mich bedeuten kann ob ich nicht frühzeitig Darmkrebs
00:26:40: z.B.,
00:26:40: Brustkrebs Ob ich nicht frühzeitig doch mal einen Gentest mache und schaue, haben wir das in der Familie.
00:26:47: Und kann ich da eventuell dann durch ein bestimmten Lebensstil vorbeugen?
00:26:52: Das ist so mein Wunsch, dass sich noch breiter sozusagen eine Allianz mit ganz vielen einflussfreichen Institutionen schmieden kann um die Menschen breit aufzuklären.
00:27:05: Haben Sie sowas wie eine Bucket List zu uns in Ihrem Leben?
00:27:09: Hatte ich nie.
00:27:09: Noch nie?
00:27:10: Nein!
00:27:11: Mein Motto ist, der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist und alle Chancen die sich mir bieten, erkenne ich sofort und ergreife sie aber die habe ich nie geplant.
00:27:21: Das heißt also es gibt auch nichts wo Sie sagen wenn ich jetzt das machen könnte dann würde ich das jetzt sofort angehen.
00:27:28: Nein, wo ich bin will ich sein.
00:27:30: Frau Ruge noch schnell bevor wir hier loslegen mit unserem Fragenhagel-Meinsatzdeinsatz.
00:27:35: Sonntage so wenn Sie einen freien Sonntag haben wie gerne stehen sie in der Küche dann?
00:27:40: Nicht gerne!
00:27:41: Ich habe
00:27:41: noch nie gekocht.
00:27:42: meine Mutter hat immer gesagt wenn ich dir das kochen beibringe heiratet dich ein Mann.
00:27:46: nur deswegen hab ich immer Tiefkühlkost
00:27:51: Also eher der Manderkocht?
00:27:52: Nein wir leben tatsächlich mittags von einem großen bunten tollen Salat Und wir holen uns auch oft was.
00:27:59: Okay, am Morgen brauche ich unbedingt
00:28:02: mein grünen Tee.
00:28:03: ein
00:28:04: langes gutes Leben bedeutet für mich.
00:28:09: Alles
00:28:11: Gesundheit heißt für mich heute.
00:28:15: sehr sensibel auf viele Punkte gucken mich selbst beobachten und konsequent Fehler vermeiden ist jetzt abstrakt aber Es ist so ein Riesenfeld, es geht nur abstrakt zu antworten.
00:28:33: Ein Wendepunkt in meinem Leben war
00:28:35: ... Den Job als Studienrätin an den Nagelzuhängen mich von meinem Mann zu trennen und die Stadt zu verlassen nach Berlin zu gehen?
00:28:44: Mut bedeutet für mich...
00:28:46: Ist ein dritter Arm.
00:28:47: Glück ist für mich
00:28:50: Nicht das Große des Kleines
00:28:52: Was viele über mich nicht wissen.
00:28:57: Ich bin sparsam.
00:29:00: Ein perfektes Wochenende ist für mich.
00:29:03: In Harmonie mit meinem Mann und meinen Tieren.
00:29:08: Das wollte ich schon immer mal loswerden?
00:29:12: Stress ist nicht nur schlecht, sondern es gibt auch guten Stress.
00:29:17: Und damit sage ich Danke für dieses Gespräch und übergebe die letzten Worte an Sie!
00:29:23: Wer hätte das gedacht, dass ich jetzt sage alles wird gut aber nicht von alleine.
00:29:31: Ich muss wirklich sagen, mit siebzig so in Shape und so in Schuss sein.
00:29:36: Schapok!
00:29:37: Unter dem kommenden Sonntag erwarten wir
00:29:38: den wohl erfolgreichsten Meteorologen weit und breit.
00:29:42: Sige Fink!
00:29:43: Feuer und Flamme – das Südtirol-Eins Sonntagsfrühstück immer von zehn bis zwölf Uhr und online zum Nachhören im Südtirol Eins Podcast.