Eine Frau, die Menschen eine Stimme gibt: Sophia Maier
Shownotes
Sie reist dorthin, wo Krieg, Flucht und Hoffnungslosigkeit den Alltag bestimmen, und sucht genau dort nach den Geschichten der Menschen. Sophia Maier zählt zu den bekanntesten Journalistinnen und Kriegsreporterinnen im deutschsprachigen Raum. Ob in Afghanistan, Syrien oder der Ukraine: Ihre Reportagen geben jenen eine Stimme, die oft übersehen werden.
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00:00:01: Feuer
00:00:01: und Flamme, der Südtiroleins
00:00:03: Podcast zum Sonntagsfrühstück.
00:00:08: Heute haben wir eine Frau zu Gast, die dorthin geht wo andere bewusst wegsehen in Krisengebiete Kriegsregionen und an Orte an denen Menschlichkeit oft auf die Probe gestellt wird.
00:00:18: Sophia Meyer ist Journalistin, Kriegsreporterin und Autorin.
00:00:22: Sie berichtet wirklich aus Afghanistan Syrien beispielsweise der Ukraine und vielen weiteren Regionen dieser Welt immer mit dem Ziel den Menschen hinter den Schlagzeilen einer Stimme zu geben.
00:00:32: Wir sprechen mit ihr darüber wie man mit solchen Extremsituationen umgeht wie sich das eigene Leben verändert wenn man täglich mit Krieg und Furcht konfrontiert ist.
00:00:40: Und warum sie trotz allem nie die Hoffnung verliert!
00:00:43: Wir freuen uns jetzt auf Sophia Meyer bei dir, Magdalena.
00:00:47: Feuer und Flamme
00:00:48: das
00:00:49: Sonntagsfrühstück.
00:00:50: Vielen lieben Dank, ich freue mich sehr hier zu sein und danke für die Einladung.
00:00:54: Du bist ja unglaublich viel unterwegs auf der Welt aber du gönnst dir jetzt auch mal Zeit in Südtirol?
00:01:00: Urlaub in Südtirol dein erstes Mal Südturol?
00:01:02: Auf keinen Fall!
00:01:03: Ich komme ja gebürtig aus München und ich habe einen Papa der Mitte meine Schwester früher als Kind aber auch als Jugendliste wirklich jeden möglichen Berg hochgejagt hat.
00:01:14: das heißt ich hab gerade meiner Kinder- und Jugend sehr viel Zeit hier verbracht weil immer wieder da war öfter im Wurzen, aber ja ist jetzt sehr lange her und deswegen ist es schön mal wieder hier zu sein.
00:01:24: Und werde ich auch noch paar Tage Urlaub machen?
00:01:26: Ja
00:01:27: viele kennen dich aus Reportagen, SternTV beispielsweise eben aus Afghanistan, Syrien der Ukraine also aus Situationen die uns oft sprachlos machen.
00:01:38: mitten aus Kriegs- und Krisenregionen berichtest du Kriesenregion dieser Welt.
00:01:43: Du hast ja Germanistik dann Demokratiewissenschaft und Politikwissenschaft studiert Aber hattest du das schon vorher in dir, dass du aus diesen Gebieten berichten möchtest?
00:01:55: oder woher kam der Impuls?
00:01:58: Also mit dem Studium hatte das tatsächlich wenig zu tun.
00:02:01: Dieses Studium ist ja eher so eine klassische Brotlose Kunst.
00:02:06: was wird man damit... Der Scherz, man wird damit Taxifahrer weil keiner wird dann mit diesem Studium einstellen.
00:02:12: also das war auf jeden Fall nicht der Plan.
00:02:14: ich wollte früher immer Spiegeljournalisten werden.
00:02:18: Und auch nicht zum Fernsehen und auch nicht per se in irgendwelche Kriegs- und Krisenregionen, das hat sich bei mir tatsächlich sehr natürlich entwickelt.
00:02:27: es war ja damals zwei tausend fünfzehn zweitausend sechzehn als so viele geflüchtete Menschen nach Europa kamen und auch in mein Heimatland Deutschland und ich bin dann auf eigene Faust auf die griechischen Inseln um das vor Ort zu sehen und auch darüber zu berichten tatsächlich weiter natürlich so entwickelt, dass ich im nächsten Schritt gesagt habe ja warum fliehen denn die Menschen aus diesen Ländern?
00:02:51: dann bin ich in den Libanon gereist Irak Syrien und hat sich das so entwickelt.
00:02:57: Also ich hatte mir nie vorher gesagt, ich möchte jetzt Kriegsreporterin werden.
00:03:00: Das finde ich jetzt irgendwie auch ein, weiß ich nicht, vielleicht ein komisches Ziel als Beruf.
00:03:07: Es war auf einmal so würde ich sagen.
00:03:09: So einen Rhein wachsen auch?
00:03:11: Was haben denn deine Eltern gesagt, dass du mit dieser Idee gekommen bist oder deine Lieben, dein Umfeld?
00:03:17: Ich bin ja so gesehen nicht mit der Idee gekommen, aber meine Eltern mussten ja damals schon einmal damit leben.
00:03:22: Dass ich – ich hatte ja einen Volontariat nennt man das also eine journalistische Ausbildung begonnen bei einer Online-Zeitung in Deutschland und dann fand ich das so schrecklich eben weil ich da nur in irgendeiner Redaktion saß und im schlimmsten Fall über Migration, Flucht und diese Menschen vom Schreibtisch aus geschrieben habe geurteilt habe.
00:03:44: und ich dachte mir so, nee das ist jetzt nicht der Journalismus wie ich ihn mir vorstelle.
00:03:50: Und hab dann dieses Volontariat abgebrochen, meine Wohnung gekündigt, meine Sachen in den Container eingelagert.
00:03:57: um bin dann auf die griechischen Inseln und da waren meine Eltern schon so vor allem mein Papa.
00:04:02: also der fand es gar nicht gut.
00:04:03: logischerweise er will ja dass sein Kind irgendwie eine Ausbildung macht und nicht in so einer Harakiri Aktion alles abricht Als es dann losging, dass ich wirklich in aktive Kriegsgebiete gereist bin war das auch für meine Mama sehr schwer.
00:04:19: Weil wir ein sehr enges Verhältnis haben und meine Mama die Liebe meines Lebens ist.
00:04:25: Ich glaube aber auch da hat sich so ein Gewöhnungsprozess eingesetzt und ich sage auch nicht immer alles.
00:04:30: Also wenn ich vor Ort bin, sage jetzt nicht Mama, ich bin gerade hier und hier und das ist super gefährlich weil sondern wir haben so eine Vereinbarung dass ich immer abends einen Emoji schicke, so ein Herz oder so und dann weiß sie, dass alles in Ordnung ist und dann erzähle ich erst danach was erlebt habe oder sie muss es irgendwo lesen oder im Fernsehen, im schlimmsten Fall.
00:04:50: Also du bist eine sehr mutige spontane Frau auch wie ich raushöre aber trotzdem irgendwo vielleicht Angst ist das falsche Wort aber Respekt hast du wahrscheinlich auch vor deinem Job?
00:05:02: Ja wobei ich gar nicht sagen würde dass Angst per se das falsches Wort ist.
00:05:05: also ich glaube es ist ganz wichtig sich nicht von... einer Angst leiten zu lassen, weil man dann gerade in Krisen und Kriegsgebieten in gefährlichen Situationen falsche Entscheidungen treffen könnte.
00:05:17: Weil Angst im schlimmsten verlehmt.
00:05:19: Respekt wiederum glaube ich muss man immer haben.
00:05:23: wenn man den Respekt davor verliert dann gefährdet man sich und im schlimmste für andere Menschen aber natürlich und das sind dann eher so einzelne Momente singuläre Ereignisse.
00:05:32: gibt es Situationen?
00:05:34: gab es Situatione in denen nicht einfach ganz klar tatsächlich ja Angst habe natürlich.
00:05:41: So ein Erlebnis, wenn du eines rausbicken könntest hier an dieser Stelle?
00:05:46: Ja also das wahrscheinlich für mich schlimmste und existenziellste was ich jemals erlebt habe wo es wirklich so mein eigenes Leben ging.
00:05:56: Ja, ich würde schon von Todesangst sprechen.
00:05:59: Das war als ich in der Ukraine war und die Dreharbeiten waren beendet und wir sind zurückgefahren, waren im vermeintlich sicheren Westen fahren über eine Brücke und merken wie Sekunden später unser Auto sich bewegt.
00:06:14: und was ist passiert?
00:06:15: Und dann war relativ schnell klar da war ein Einschlag von einer Rakete um die hundert Meter neben uns Und spannenderweise war meine erste Amtshandlung, mein Handy zu nehmen und zu filmen.
00:06:27: Nicht weil ich so toll und so mutig bin sondern das habe ich danach auch erst verstanden Weil der Mensch in so einer Situation irgendwas tut dass ihm Sicherheit gibt.
00:06:37: was kann nicht am besten?
00:06:38: Ich bin Reporterin, ich filme.
00:06:39: Das hat mir in dem Moment geholfen dass ich irgendwas tue.
00:06:44: Wir wussten ja nicht, wo kommt die nächste Rakete runter?
00:06:47: Kommt sie vor uns hinter uns links rechts fahren wir schnell bleiben wir stehen springen wir in die Büsche.
00:06:53: Du weißt nicht was du tun sollst.
00:06:55: und am Ende kann es dir auch keiner sagen weil die nächste Rakete schlägt ein, du weißt nicht wo.
00:07:00: Und das ist so ein Gefühl von Hilflossigkeit und Ohnmacht dem du da ausgesetzt bist weil du kannst es nicht beeinflussen.
00:07:08: Es kamen dann noch mehrere Raketen vom Himmel und bei diesem Angriff sind auch Menschen getötet worden.
00:07:13: wir haben die richtige Entscheidung getroffen.
00:07:15: Wir hatten Glück und sind aus der Geschichte zumindest körperlich unversehrt geblieben.
00:07:22: Seelisch würde ich sagen geht so, aber körperlig war alles in Ordnung.
00:07:27: Schaffst du es überhaupt nach deinen Einsätzen irgendwie halbwegs unter Anführungszeichen normal wieder in den Alltag zurückzukommen?
00:07:33: oder wie schaffst Du das?
00:07:35: Das ist eine sehr gute Frage!
00:07:38: Ich habe es lange lange versäumt überhaupt mir diesen Raum zu geben, in den Alltag zurückzukommen.
00:07:47: Ich habe lange Zeit schon so gelebt unter dem Motto höher schneller weiter und man muss ja ehrlicherweise sagen die Krisen und Kriege werden ja nicht weniger.
00:07:55: also es gibt ja blöd gesagt immer was zu tun.
00:07:57: und ich bin dahin gereist ich hab die nächste Doku gedreht und ich habe gar nicht gespürt.
00:08:04: Ich habe mich gar nicht mehr gespürt.
00:08:06: Was macht das eigentlich mit dir so viel als Mensch?
00:08:08: Was macht es mit deiner Seele, was du vor Ort erlebst?
00:08:11: und ich hab auch mein Privatleben würde ich schon sagen sehr vernachlässigt und irgendwann hat mein Körper und auch meine Seele gesagt Stop!
00:08:19: Und dann war's wirklich so dass ich auch nicht mehr konnte.
00:08:23: Ich musste eine Pause einlegen.
00:08:24: Ich habe dann auch das eine oder andere Erlebnis traumatisch professionell verarbeiten müssen, also wirklich dezidiert diese traumatischen Erlebnisse bearbeitet.
00:08:34: Das hat mir auch sehr geholfen und seitdem... Also ich mache immer noch dieselben Dinge da draußen in der Welt!
00:08:42: Ich gehe raus, bin sehr viel nach Ost, ich bin in Krisenregionen und ich bin so dankbar dafür dass sich das tun kann und so privilegiert bin.
00:08:50: und ich will es auch weiter tun aber ich mach's mit einem anderen Tempo Sprich, ich nehme mir dann nach so einem Einsatz auch die Zeit meine Seele nachkommen zu lassen.
00:09:00: Im Privatleben zu führen Dinge zu tun, die jeden von uns einfach gut und soziale Kontakte, Sport versuch mir ein bisschen Normalität zu schaffen damit Ich dann auch im besten Fall wenn ich wieder vor Ort bin Die bestmöglichste Journalistin und Reporterin Bin Und auch wirklich stark bin und bei mir bin.
00:09:20: das ist ja auch wichtig.
00:09:22: Was machst du denn so super gerne?
00:09:25: in meinem Privatleben, also was ich ... doch das mache ich auch super gerne.
00:09:30: Was ich mir wirklich angewöhnt habe, das klingt es vielleicht ein bisschen komisch aber das macht mich sehr glücklich dass ich jeden Morgen dasselbe Yoga-Video mache.
00:09:39: Das geht zu dreizehn Minuten und egal wo ich auch auf der Welt bin.
00:09:43: Also auch im Westjördernland packe ich dann meine faltbare Yogamarte irgendwo aus in einem viel zu kleinen Zimmer.
00:09:53: mir gut, meinem Körper gut, meiner Seele gut und es ist.
00:09:56: Und das können vielleicht auch viele Hörer und Hörere nachempfinden.
00:09:59: ich meine wir alle haben ja Stress und Alltag Sorgen und so vieles kommt zu kurz.
00:10:04: und ich glaube dass jeder Mensch egal ob man jetzt Kriegsreporterin ist oder völlig egal sich sowas schenken sollte und man sagt hey egal was heute los ist ich schenk mir etwas das mir gut tut Das heißt was mit Bewegung, mit Sport.
00:10:20: Egal was ich les morgens in meinem Buch zehn Seiten völlig egal Ich mache irgendwas das meiner Seele gut tut mich erdet und mich vielleicht auch mit einem anderen Gefühl an den Tag starten lässt.
00:10:32: Du beschäftigst dich heute mit den ganz großen menschlichen Themen wie Angst, Hoffnung, Flucht, Mut.
00:10:38: Aber woher würdest du sagen kommt denn das?
00:10:41: Warst du als Kind auch schon so... Hilfsbereit oder hast du gesehen, wenn jemand in Not war?
00:10:47: Oder sagst du diese Charaktereigenschaften die du hast.
00:10:51: Woher kommen sie?
00:10:52: Also ich möchte jetzt eigentlich schon direkt einschreiten weil ich gar nicht so positiv gezeichnet werden möchte.
00:10:57: Nicht?
00:10:57: Okay!
00:10:58: Ja, weil ich bin also... Du musst ja verstehen für mich Klar verstehe ich, dass Leute sagen Ich bin mutig.
00:11:05: Aber das was ich vor Ort sehe erlebe die Menschen vor Ort Die nicht so privilegiert sind wie ich die über Jahre in solchen Situationen ausharren müssen und trotzdem zum Beispiel sehr viel Mitmenschlichkeit leben sehr viel Empathie.
00:11:20: Wer bin ich da im Vergleich verstehst du?
00:11:21: Ich komme sozusagen von einer anderen Perspektive Und es ist glaube ich schon so bei mir, dass sich so einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat.
00:11:32: Den habe ich auch ein bisschen von meiner Mama und als ich damals dann losgezogen bin auf die griechischen Inseln war ich davon auch so ein bisschen angetrieben von einem Gerächtigkeitzsinn aber auch von diesem.
00:11:43: Ich will verstehen!
00:11:44: Ich will sehen und ich will verstehen Und ich will eben nicht jetzt in dem Fall aus der Ferne beurteilen.
00:11:49: und was glaube ich auch ganz wichtig ist zu verstehen das was ich mache Das is ja nicht purer Altruismus, also sind nicht nur für andere Menschen.
00:11:58: Mir gibt es ja auch total viel!
00:12:01: Ich kann ja meine sozusagen Selbstwirksamkeit leben ich habe das Gefühl ich kann was beitragen, ich kann aufklären und ich kann Realitäten sichtbar machen und ich kriege dann ja auch in diesen polarisierten Zeiten auch negative Nachrichten oder Hassnachrichten aber ich krieg auch ganz viel Zuspruch und das heißt mir gibt es hier auch total viele da irgendwo eine Art von journalistischen zu leisten.
00:12:26: Kannst du es dann verstehen so umgekehrt, dass manche Menschen manchmal sagen, ich möchte das überhaupt gar nicht mehr hören?
00:12:33: Unbedingt!
00:12:34: Also wenn mich das vor zwei drei Jahren gefragt hat, das hätte ich gesagt nein jeder muss doch auch Nachrichten konsumieren ist doch wichtig und das ist doch irgendwie auch eine Pflicht.
00:12:44: immer mehr Menschen verstehen, die sagen hey mir ist es einfach zu viel.
00:12:48: Ich kann das auch gar nicht irgendwie verpacken was da alles auf der Welt passiert und ich kann auch nicht jeden Tag mir diese negativen Dinge ansehen und anschauen weil also man muss nicht im Krieg stehen damit dass was mit der eigenen Seele auch macht und einen auch überfordert heute mehr Verständnis, als ich es wahrscheinlich früher gehabt hätte.
00:13:09: Ich glaube da muss jeder seinen eigenen Weg finden!
00:13:11: Ich glaube immer noch das ist wichtig ist dass man informiert ist aber man muss auch die eigenen Grenzen achten und respektieren weil dann ist ja auch keinem geholfen.
00:13:20: Was sagst du in deinem Leben manchmal?
00:13:24: Ich glaub einfach vielleicht jemand der schon mal was Schlimmes erlebt hat oder Schicksals schläge da und er kennt das, dass man manchmal so ein bisschen so dumpf Irgendwie in der Gesellschaft steht, als wirbelt drum herum und Stress und Hektik.
00:13:38: Und man macht sich Probleme die gar keine sind... Wie gehst du mit diesen Situationen?
00:13:43: Umdenkst du dir nie Mama mir was macht ihr euch für Probleme?
00:13:46: Auf jeden Fall!
00:13:47: Und am schlimmsten ist dieses Gefühl bei mir mal ausgeprägt wenn ich gerade frisch aus einer Region zurück komme.
00:13:53: und da geht es dann nicht nur so.
00:13:54: Die gesellschaftlichen Debatten, wo ich mir denke, worüber reden wir hier eigentlich.
00:13:58: Wir haben doch im Verhältnis zu dem was da draußen in der Welt ist wirklich keine Probleme auch im direkten Umfeld.
00:14:05: wenn sich dann Menschen die mir nahe stehen über irgendeinen Schwachsinn so aufregen und ich denke mir Leute das ist wirklich kein Problem aber auch da wieder Ich bin so privilegiert, dass ich den direkten Vergleich vor Ort sehe und erlebe.
00:14:20: Das hat ja auch nicht jeder Mensch hier!
00:14:22: Und mir hilft es dann eher für mein Leben... Weil ich reg mich ja auch mal über irgendeinen Schwachsinn auf.
00:14:28: Ich bin ja auch Teil des Ganzen, dass sie mir dann sagen, so vier ist es wirklich nicht.
00:14:33: Der geht so verdammt gut.
00:14:35: und damit will ich nicht sagen, dass die Themen, die wir in unserer Gesellschaft diskutieren, das sind keine Probleme.
00:14:40: Es gibt auch hier reale Probleme.
00:14:42: Ich will die damit gar nicht klein machen.
00:14:46: zu sehen mit eigenen Augen, was es wirklich bedeutet wenn man nicht mehr in der Demokratie lebt.
00:14:51: Wenn man kein Essen hat, wenn man jeden Tag fürchten muss dass eine Rakete vom Himmel kommt.
00:14:56: das sind einfach ganz andere exzessinzielle Lebensbedingungen als bei uns.
00:15:02: Aber irgendwo auch für uns jetzt... Es kommt immer wieder den Moment eben wo man in diesen eigenen Trott wieder zurückfällt und wieder in diese alten Muster gleitet.
00:15:12: und ja
00:15:13: total
00:15:15: Wir sind mit dir unterwegs in den Krisengebieten dieser Erde Menschlichkeit.
00:15:21: Ich möchte auch gerne mit dir über diese Menschlichkeit sprechen, die du wahrscheinlich auch in den Kriesengebiten sehr stark erlebst?
00:15:28: –
00:15:28: Ich erlebe die Menschlichkeit sogar an den krisenhaften und hoffnungslosen und perspektivlosen Orten eigentlich viel mehr als manchmal Orten, wo es uns besser geht.
00:15:44: Ich glaube das liegt aber vielleicht auch einfach in der Natur des Menschen.
00:15:48: wenn man irgendwie gar nichts mehr hat dann neigt der Mensch sogar eher dazu mit Menschlichkeit zu leben.
00:15:55: ich gebe dir ein Beispiel ich war ja damals lange in den griechischen Lagern Und das waren wirklich Situationen, da hatten die Menschen nichts außer ein Zelt.
00:16:03: Da war nichts am Anfang da und dann hat sich da langsam so eine kleine Infrastruktur entwickelt.
00:16:08: Das war damals an der griechisch-mazedonischen Grenze in diesem Lager.
00:16:12: Und dann hatte irgendjemand so einen ... Hat Feuer gemacht, denn nix hatte ne Pfanne!
00:16:16: Der Andrette von irgendwoher Gemüse geholt... Und es war immer ein Komm mit Sitz.
00:16:22: mit uns ist mit uns dieses Teil auch wenn man ganz wenig hat, das wenige was man hat zu teilen oder geht es gar nicht um Nationalitäten und Herkunft.
00:16:30: Ich glaube dass jeder Mensch von uns so funktioniert, dass er versucht sich in der wirklich schlimmsten Situation diese Mitmenschlichkeit dieses Zusammensein auf irgendeine Art und Weise zu gestalten weil sonst hat man ja auch einfach nichts mehr und das hat mich immer so ungemein berührt diese Menschen an diesen Orten so sehr in der Lage sind, wirklich diese Werte auch einfach zu leben.
00:16:54: Die uns manchmal in diesen sehr polarisierten Zeiten abhanden kommen.
00:17:00: Versuchst du die dann manchmal auch daheim so weiterzugeben?
00:17:04: An deinem Umfeld?
00:17:05: Ich versuche zumindest diese Geschichten zu erzählen und ich will keine Journalistin sein aber auch kein Privatmensch sein, der sagt So und so muss man das machen!
00:17:16: Auch nicht beim politischen Themen.
00:17:17: Für mich ist es die Aufgabe, diese Dinge sichtbar zu machen.
00:17:21: So weiterzutragen – die Geschichten weiterzudragen und die Realitäten der Menschen vor Ort.
00:17:26: Und dann kann jeder, der das sieht oder konsumiert oder mit dem ich spreche, sich seine Gedanken darüber machen.
00:17:33: Ja und im besten Fall würde ich mich freuen wenn das den ein oder anderen bewegt oder zum Nachdenken anregt.
00:17:40: Du siehst diese Familien in der Krise, du siehst das Zuhause dieser Familien.
00:17:44: Ja so Schlagworte wie Familie zu Hause welche Bedeutung haben die für dich?
00:17:50: Heute viel mehr als früher Das ist ja schon für mich hatte ich auch angesprochen so ein Thema Ich habe dem Frühjahr so wenig Bedeitung beigemessen und Ja, ich habe meine Familie lieb.
00:18:01: Aber ich habe gar keinen Raum im Ganzen gegeben, dass ich auch wirklich Qualitätszeit mit meiner Familie verbringe und dieses Gefühl von zu Hause ist mir dann auch dadurch so ein bisschen abhandengekommen.
00:18:13: Wer bin ich eigentlich?
00:18:13: Wo ist mein Zuhause in all dem?
00:18:16: Und das ist etwas, was ich mir eher jetzt für mich persönlich wieder zurückerobert habe eben auch weil ich weiß, Ich bin nicht gläubig.
00:18:27: Was es für ein großes Geschenk ist, eine Familie zu haben und Zeit mit ihr verbringen zu können – du kannst mich nicht vorstellen wie viele Menschen nicht getroffen haben, deren Familienmitglieder getötet wurden, die das gar nicht mehr haben, wo man gemeinsam zusammensitzen kann.
00:18:48: Das sind Dinge, die wir uns selbstverständlich, aber da draußen in der Welt, sind sie nicht selbstverständliche?
00:18:55: Wir haben vorhin schon darüber gesprochen heute, Sophia.
00:18:58: Wir leben in einer Zeit, in der täglich so viele Bilder nachrichten und erreichen nicht nur im Fernsehen, nicht nur auf dem Handy also ständig und überall.
00:19:07: Infos, Infos nicht nur schöne Informationen.
00:19:11: Du hast vorhin gesagt du verstehst auch wenn die Menschen sagen ne ich kann nicht mehr Ich mag es nicht mal sehen Aber irgendwo geht auch Empathie wird eben dabei verloren dieses Mitfühlen mit anderen.
00:19:22: Vielleicht welche Tipps könntest du uns an die Hand geben, damit wir ja diese Empathie, die wir doch alle in uns haben nicht vergessen.
00:19:29: Nicht verlieren?
00:19:30: Also ich habe jetzt kein Empathy.
00:19:32: das sind die fünf Schritte um die Empathies zurück.
00:19:34: Logisch!
00:19:36: Hand out dabei wie... Ich kann vielleicht beantworten wie schaff ich es meine zu erhalten und dass ist wirklich, dass ich mir immer wieder bewusst mache dass uns, das mich von diesen Menschen nichts unterscheidet außer des Glück, dass wir unter einem anderen Abschnitt des Himmels geboren wurden.
00:19:58: Uns unterscheidete nichts!
00:19:59: Welchen Glück haben wir da von unserem Himmel hier wo wir gerade in diesem schönen Studio sitzen?
00:20:04: Dass wir uns nicht überlegen müssen.
00:20:05: oh Gott kommen jetzt die nächste Rakete und könnte uns töten.
00:20:09: so das ist die Realität dort.
00:20:11: Das ist die realität ich immer wieder sehe und erlebe.
00:20:14: Und wir sind nicht besser Wir sind nicht.
00:20:18: Und so unterscheidet nichts außer dieser Zufall.
00:20:21: und mir hilft das total dieses Bewusstsein, dass ich die Verbindung zu diesen Menschen nicht verliere.
00:20:28: Das ist eine persönliche.
00:20:30: Und dann glaube ich es ist wichtig weil du es ja auch gerade gesagt hast in der Nachrichtenflüte Die nachrichtenflüsse sehr teilweise auch sehr abstrakt sehr technisch.
00:20:38: da geht es sehr viel um Zahlen.
00:20:40: teilweise Es ist ein großes Wort, aber es ist sehr schwierig sich überhaupt noch wirklich das einzelne Schicksal den einzelnen Menschen hinter diesen Schlagzeilen und hinter diesen Zahlen vorzustellen.
00:20:53: Und deswegen versuche ich in meiner Arbeit genau das Gegenteil diese einzelnen Schicksale sichtbar zu machen die am Ende was viel größeres erzählen damit die Menschen das auch verstehen.
00:21:04: ah ok es geht ja wirklich um Menschen wie du und Ich.
00:21:09: So simpel ist das.
00:21:10: Und wenn wir uns das wieder klar machen, ich glaube dann ist es auf jeden Fall ein gutes Fundament für Empathie.
00:21:17: Ich verfolge dich ja auch ein bisschen auf Instagram und so in deinen Stories und Reels und ich denke mir manchmal... wie schafft sie das?
00:21:26: Dass die in diesen Kriegsgebieten da so steht und Sie sieht dieses ganze Elend bombardierte Zuhause, Familien denen es nicht mehr gut geht die Familie mit Glieder verloren haben.
00:21:38: Hast du da nicht das Gefühl von ich will jedem helfen?
00:21:41: aber ob es ein bisschen Machtlosigkeit?
00:21:45: Ja und nein also... Es ist natürlich so dass Mein Papa hat früher zu mir gesagt, dass ich losgezogen bin und diese Sachen gemacht habe.
00:21:54: Hat der zu mir gedacht, Sophia was soll das so ungefähr?
00:21:57: Du kannst dir nicht die ganze Welt retten!
00:21:59: Und ich hab damals gesagt ja Papa natürlich nicht.
00:22:01: also ich bin ja nicht doof Ich weiß, dass sich nicht die Welt retteln kann aber wenn ich durch mein Zutun, durch meine Arbeit einen kleinen Beitrag leisten kann dann hat es sich für mich schon gelohnt.
00:22:13: Es ist schon so, dass es Familien gibt die ich über längere Zeit begleite.
00:22:17: Dann auch als Privatmensch Sophia und es gab auch Situationen wo ich sozusagen die klassische Rolle der Beobachterinnen verlassen habe und auch eine Familie geholfen habe.
00:22:28: sei erst das sich wir im reißenden fluss standen damals als menschen auf der Balkanroute geflohen sind und ich geholften hab oder eine Familie Geld gegeben haben oder Spenden für eine Familie gesammelt hat dann gab's auch Leute die gesagt haben ja aber du Du bist doch Journalistin.
00:22:44: Ja gut, ich bin aber ein erster Linie Mensch und wenn ich die Möglichkeit habe durch so wenig Aufwand ja auch noch anderen Menschen, die wirkliche Notzeln was Gutes zu tun Natürlich mache ich das.
00:22:56: Und ja, ich kann nicht allen helfen aber wenn ich irgendwo durch meine Arbeit oder eben durch so eine Hilfe unterstützen kann wie wundervoll ist es auch für mich.
00:23:04: also Es gibt ja auch mir etwas.
00:23:07: Ich habe erst vor kurzem auch mit einem Arzt darüber gesprochen da eben auch eben in Kriegsgebieten operiert immer mal wieder in der Ukraine auch ist und er hat gesagt ich weiß in dem Moment dass ich auch was zeige den Ärzten vor Ort und dass ich was hinterlasse.
00:23:23: Und das gibt mir dieses positive Gefühl jetzt ja auch so.
00:23:26: auf jeden Fall genau, das ist ja auch diese Selbstwirksamkeit immer Ich trage irgendwo einen kleinen Teil bei.
00:23:34: Ich glaube, das wünscht sich ja irgendwie jeder Mensch.
00:23:36: Also jeder Mensch und dafür muss man wie gesagt auch nicht den Job machen, den ich mache.
00:23:40: Dafür muss man nicht selber im Kriegsgebiet stehen.
00:23:43: Jeder Mensch von uns hat das Bedürfnis irgendwo einen Beitrag zu leisten um was Gutes zu tun.
00:23:48: und sei es dass ich... Das klingt jetzt vielleicht bescheuert aber ich meine wirklich so ein sei ist der alten Nachbarin irgendwie Hilfe mit den Einkäufen.
00:23:55: also auch das kann ein so schönes Gefühl geben von Selbstwirksamkeit von ich trage etwas bei und ich habe etwas Gutes getan.
00:24:03: Natürlich schläft man dann auch mit einem besseren Gefühl ein, weil man was Gutes getan hat.
00:24:08: Oder vielleicht auch mal jemanden spontan an der Straße anlecheln und ihm ein gutes Gefühl geben.
00:24:13: Exakt!
00:24:14: Aber das tun
00:24:14: wir viel zu wenig.
00:24:15: Sehr schönes Beispiel von dir ja.
00:24:17: Uns interessiert dein Job natürlich Brennen.
00:24:20: Ein bisschen nach hinter die Kulissen zu schauen heute.
00:24:23: Einen Arbeitsablauf gibt es ja nicht so von bis... Neun bis fünf jeden Tag dasselbe, aber nur so ein bisschen eine Linie irgendwo zeichnen könntest zur Feier.
00:24:35: Wie läuft das bei dir?
00:24:36: Wie planst du zum Beispiel deine Auswärts-Einsätze?
00:24:40: Also mein Plan ich die manchmal gar nicht weil es ist ja schon so das Liquidatur der Sache wenn irgendwo auf einmal einen Krieg ausbricht dann ist nicht viel mit Planung.
00:24:47: als damals auf einmal der Ukrainekrieg losging bin ich am Tag darauf im Auto gesessen in die Ukraine.
00:24:54: Da kann sie dir vorstellen, da war wenig Zeit für Planung.
00:24:57: was super wichtig ist dass man gutes Netzwerk hat gute Kontakte hat.
00:25:00: wichtig ist natürlich immer je nachdem wo man hin fährt hinfliegt sein Helm zu haben seine Schutzweste zu haben So eine grobe Sicherheitseinschätzung, aber auch das muss ich ehrlicherweise sagen.
00:25:12: Das verändert sich dann ja auch im schlimmsten Fall jeden Tag neben den Ukraine.
00:25:15: Krieg also sowas ist ja so dynamisch da weißt du oft gar nicht wie verändert sich das Kriegsgeschehen?
00:25:22: Wie gefährlich ist es.
00:25:23: Und ansonsten ist es einfach wirklich wichtig, seinen Equipment bei sich zu haben.
00:25:28: Seine Kontakte zu haben und dann entstehen die Geschichten oft erst vor Ort.
00:25:32: Das ist da nicht so wie man sich das vielleicht vorstellt wenn man so Dreharbeiten hier macht dass man sagt das sind meine fünf Interviewpartner und den einen treffe ich um eins und in anderen um fünft.
00:25:41: In solchen Regionen ist es oft so Die Kamera läuft du schaust du gehst da rein Du hast vielleicht ein zwei Anhaltepunkte und dann guckst du einfach Dann bist du wirklich klassische Reporterin.
00:25:51: Also und das liebe ich auch total Ich liebe das gar nicht zu wissen, was passiert als nächstes.
00:25:55: Aber alles erst mal wir sagen mitzunehmen also mitzudrehen oder aufzuschreiben und dann zu gucken wie kann man das aufbereiten?
00:26:03: Welche Geschichte kann ich damit nach Deutschland oder hier herbringen?
00:26:07: Bist du immer mit dem selben Team unterwegs?
00:26:10: Auch da habe ich keine einfache Antwort, weil je nachdem wenn ich eine große Dokumach habe.
00:26:15: Ich hab auch einen Kameramann mit dem ich sehr viel in Kriegsgebieten war der mir sehr viel bedeutet und auch ne Produserin mit der ich sehr viele unterwegs bin gleichzeitig aber ich auch schon Sachen gemacht.
00:26:26: Da war ich komplett alleine.
00:26:28: Und dann mache ich auch ich mache ja auch sehr viel für Social Media.
00:26:31: Weil mir das auch wichtig ist dass ich da Menschen erreiche, weil es ist ja schon so, dass es immer mehr Menschen gibt die sagen irgendwie so klassisch Medien, die konsumiere ich immer weniger und sich über Social Media informieren.
00:26:43: Und dann finde ich es auch voll wichtig dort stattzufinden und vielleicht auch eine Lücke zu schließen weil es da ja ganz viele Leute gibt, die Dinge behaupten und vielleicht keine journalistische Ausbildung haben oder nicht nach diesen Standards arbeiten.
00:26:55: und das ist mir wichtig dass ich auch da stattfinde und da mache ich dann teilweise Sachen auch komplett alleine.
00:26:59: Ich dreh mich auch selber, ich schneide das selber.
00:27:02: also du kannst dir wirklich von Team und großer Produktion bis zur Sophia steht irgendwo alleine mit dem einfach und macht alles selber wirklich bei mir alles vorstellen.
00:27:12: Du hast jetzt über vierzigere Portagen schon gedreht, habe ich das richtig im Kopf geil!
00:27:16: Und ausgezeichnet wurdest du auch für deine Arbeit schon... Wo würdest du sagen welches Land hat dich dann bis jetzt am meisten beeindruckt?
00:27:24: Trotz Leid trotz Elend trotz Krise?
00:27:27: wo du sagst man die Menschen dort?
00:27:28: das hat mich irgendwie am meisten bewegt.
00:27:31: Da gibt es nur ein Land, das ganz weit oben bei mir steht.
00:27:35: Das genau auf das Zutritt was du sagst und ist der Libanon.
00:27:39: Der Libanon ist wirklich meine große Liebe.
00:27:43: Ich war das erste Mal dort auf eigener Faust auch, in den Sommerferien bin ich damals hingeflogen im Jahr zwei Tausend Achtzehn und habe mich wirklich in dieses Land und auch ein bisschen diese Menschen verliebt und bin da dort auch hingezogen, zwanzigzwanzig, hab dort gelebt und ben jetzt auch immer wieder dort, weil es auch als paar Wochen mitten im Krieg der Libanonen und die Menschen dort also erstmals ein wunderschönes Land Menschen da draußen so bewusst ist, du hast im Libanon kannst von einer Stunde vom Meer ins Skigebiet fahren.
00:28:14: Also du hast da wirklich wunderschöne Natur... Wahnsinnig schönes Land, tolles Essen.
00:28:21: Aber das ist das Wichtigste Menschen die so unglaublich resilient und widerstandfähig sind.
00:28:27: man muss sich überlegen was diese Menschen da durchmachen von Bürgerkrieg dann die Explosion im Hafen daran wird sie vielleicht noch der eine oder andere erinnern diesen unfassbaren Bilder von dieser Explosion.
00:28:37: zwanzigzwanzig Du hast Corona du hast Regierungskrise Revolution jetzt wieder Krieg.
00:28:44: Was diese Menschen mitmachen und die sind so resilient, so stark.
00:28:48: Und schaffen es trotzdem irgendwie zu überleben und weiter daran zu glauben dass irgendwann doch alles gut werden wird.
00:29:00: Das berührt mich ungemein weil ich nicht so stark wäre.
00:29:04: Ist das wahrscheinlich auch was dich antreibt?
00:29:09: einfach das, oder dass du sagst immer wieder weiterzumachen auch.
00:29:13: Vielleicht wenn es Phasen gibt wie du vorhin gesagt hast wo's vielleicht nicht so leicht geht mal aber so vielleicht dass du dir diese Bilder wieder
00:29:20: auf jeden Fall drauf
00:29:22: holst und auf
00:29:23: jeden fall und auch zu sehen wozu andere Menschen da draußen in der Welt trotz eben dieser schwierigen Situation in der Lage sind.
00:29:30: das finde ich ehrlicherweise auch sehr inspirierend weil ich habe gerade gesagt Ich weiß nicht ob ich das so könnte ob ich so stark wäre.
00:29:37: Klar, ich bin Reporterin und ich gehe in diese Länder.
00:29:39: Aber ich lebe erst mal hier mein tolles Leben.
00:29:42: Ich habe einen EU-Pass, ich kann überall hin.
00:29:44: Ich hab ein schönes Bett, eine schöne Wohnung, ich hab Sicherheit!
00:29:47: Ich hab genug Essen im Kühlschrank... Und ja das weiß ich sehr zu schätzen.
00:29:53: Die Menschen da draußen der Welt sind lieber noch auch in anderen Ländern.
00:29:57: Viele haben all das nicht und haben trotzdem so ne unglaubliche Stärke und das berührt mich.
00:30:03: Ich nutze diese Gelegenheit, auch immer mal so ein bisschen in die Zukunft zu schauen mit meinen Gästen.
00:30:08: Vielleicht so Herzenswünsche zu teilen.
00:30:11: Sophia gibt es einen Herzens-Wunsch in deinem Leben vielleicht auch unabhängig von der Arbeit?
00:30:16: Ja, gibt das.
00:30:17: Ja?
00:30:18: Dürfen wir den auch fahren?
00:30:20: Ich hätte unfassbar gerne wieder einen Hund in meinem Leben.
00:30:23: also das Thema Hunde.
00:30:24: vielleicht denken sie ist der eine oder andere höhere Hörerin.
00:30:27: hey wieso hunde?
00:30:27: aber es ist für mich so... Es gibt nichts Tolleres als Hunde.
00:30:31: ich hatte siebzehn Jahre einen Lulu und er ist jetzt hat ein halben Jahr tot Und ehrlicherweise muss ich zugeben, die letzten Jahre musste sich meine Mama natürlich um den kümmern.
00:30:42: Das ist ja so typisch das Kind schafft sich irgendwas an und da müssen sich die Eltern kümmern.
00:30:46: Es war in dem Fall tatsächlich auch so mit Lulu weil ich das mit der Arbeit gar nicht leisten konnte.
00:30:52: Aber ich möchte unbedingt wieder einen Hund haben, das ist mein größter Herzenswunsch.
00:30:56: Ich weiß auch schon wie er aussieht und wie er heißen wird aber ich habe ihn noch nicht.
00:31:00: Was wirds denn für ein?
00:31:01: Ein Maltipoo.
00:31:02: Das ist was kleines, groffeliges, kuscheliges genau.
00:31:06: Lieb!
00:31:07: Und sonst so... welche Ziele verfolgst du?
00:31:10: Wir haben gehört vorhin du hast deine nächste Reise auch schon geplant also deinen nächsten Einsatz schon geplanet, aber sonst...?
00:31:17: Also ich muss da ganz ehrlich sagen, ich habe nicht mehr so Ziele wie früher.
00:31:20: so Karrieremäßig will ich da und da sein.
00:31:25: Nee, ich glaube, ich hatte das Glück sehr viel zu erreichen.
00:31:29: Sehr viel machen zu dürfen auch in dieser Medienbranche Erfolge zu haben und es ist auch alles schön!
00:31:35: Ich will es gar nicht kleinreden.
00:31:37: Gleichzeitig bin ich für mich an einem Punkt wo ich einfach... ...ich möchte mir treu bleiben.
00:31:42: Ich möchte meine Integrität leben, ich möchte raus in die Welt und den Journalismus so machen wie ich ihn machen möchte.
00:31:50: Wie ich ihn für richtig halte.
00:31:51: Das heißt, das ist eigentlich mein Wunsch und mein Ziel.
00:31:54: Das bedeutet am Ende genau da, wo ich jetzt bin weiter zu machen.
00:31:59: Mir treu zu bleiben, rauszugehen in die Welt, die Geschichten herbringen was wir vorhin hatten dann halt auch einen kleinen Beitrag dadurch leisten und mehr möchte ich gar nicht.
00:32:08: Glaubst du nicht auch das hat einfach damit zu tun dass du eben diese Erlebnisse machst in deinem Leben?
00:32:14: bremst uns auch manchmal ein, weil man will immer mehr, immer größer.
00:32:18: Aber wenn man solche Dinge erlebt, dass man einfach dadurch geprägt wird und das vielleicht anders sieht?
00:32:23: Dass man vielleicht auch vielmehr weiß worauf es wirklich ankommt.
00:32:26: Und natürlich bin ich auch getrieben und ich bin ja auch Teil eines Systems egal in welcher Branche oder dann will man immer höher und noch mehr Erfolge und vielleicht noch einen Preis und noch eine eigene Sendung.
00:32:38: Das ist alles cool aber darauf kommt's am Ende nicht an.
00:32:42: Da hatte ich auch, glaube ich den Luxus des Lernen zu dürfen.
00:32:45: Eben wie du sagst durch die Erlebnisse da draußen in der Welt.
00:32:48: Zu verstehen ne, Sophia?
00:32:49: Darauf kommt es wirklich nicht an!
00:32:51: Es kommt darauf an dass du deinen Journalismus machen kannst und dass da Menschen sind, die das am Ende konsumieren im Sinne von auch wirklich sich jemand anguckt Und mehr geht's am Ende nicht.
00:33:02: Das ist es Mehr ist es nicht.
00:33:04: Ja Uns damit rein ins Frühstücksfinale heute hier.
00:33:08: Das machen wir jeden Sonntag immer auf die selbe Acht und Weise.
00:33:10: Wir spielen unser traditionelles Abschlussspiel, es nennt sich Mein Satz-Dein Satz.
00:33:15: Sophia einfach ganz spontan vervollständig.
00:33:18: Bereit wenn du es bist?
00:33:19: Ich bin
00:33:20: nett.
00:33:21: Keine Sorge!
00:33:22: Es wird nicht ganz so schlimm.
00:33:25: Am Morgen brauche ich unbedingt
00:33:27: Kaffee
00:33:29: Wenn ich ein Tier wäre
00:33:31: Hund.
00:33:32: Mut bedeutet für mich
00:33:35: Auch mal über die eigenen Grenzen zu gehen
00:33:38: Ein Moment, der mich verändert hat.
00:33:40: Auf jeden Fall das was ich in Ukraine erlebt habe.
00:33:43: Das hat mich sehr, sehr verändert.
00:33:45: Menschlichkeit heißt für mich
00:33:50: andere zu sehen
00:33:51: Was viele über mich nicht wissen.
00:33:54: Ich liebe Deutschrap und hab extra kein Deutschrap lieb mir gewünscht weil ich mir dachte dass würde ein falsches Licht auf mich werfen.
00:34:01: Ein perfekter Sonntag ist für mich
00:34:06: Sehr simpel Buch, Sonne und Ruhe, weil ich das so selten in meinem Leben habe.
00:34:15: Ich wünsche mir für die Welt, dass wir endlich wieder in der Lage sind zu verstehen, dass uns nichts unterscheidet und dass wir zusammenhalten müssen.
00:34:26: Glück bedeutet für mich?
00:34:27: Bei den Menschen zu sein, die mir Heimat schenken.
00:34:30: Danke dir liebe Sophia!
00:34:31: Und es gehört auch dazu, dass die letzten Worte hier an dieser Stelle meinen Gästen gehören.
00:34:35: also dir
00:34:38: Danke für das schöne Interview.
00:34:39: Ich finde es richtig schön, hier gewesen zu sein und ich finde es schön dass ich glaube jetzt auch mal ganz andere Menschen erreiche und wenn es Feedback gibt jeder darf mir gerne schreiben.
00:34:51: Ich freue mich immer drüber!
00:34:54: Hat der Sophie Gänsehaut beim Gespräch einfach eine beeindruckende Frau die Sophia?
00:34:59: Bei Eindruckend geht es weiter.
00:35:00: Am nächsten Sonntag mit Maximilian Huber aus dem Pussertal, der ein Bein verloren hat und uns danach wirklich gezeigt hat – das Leben geht weiter!
00:35:08: Und wie?
00:35:09: Wir freuen uns auf seine
00:35:19: Geschichte!