Die Mutmacherin: Astrid Kofler

Shownotes

Wie gelingt ein gutes Leben? Die Südtiroler Autorin, Journalistin und Filmemacherin Astrid Kofler hat für ihre Bücher „Alles gut“ und „Alles wird gut“ mit Menschen über 90 gesprochen und dabei wertvolle Erkenntnisse gesammelt. Im Sonntagsfrühstück erzählt sie, warum Zufriedenheit oft mit Annehmen statt mit ständigem Weiterkämpfen beginnt und weshalb es manchmal gut tut, das Leben so zu nehmen, wie es ist.

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00:00:01: Feuer und Flamme,

00:00:02: der Südtirol I Podcast zum Sonntagsfrühstück.

00:00:08: Allerheiligen.

00:00:09: Jedes Jahr ein Tag zum innehalten für Familie, für Erinnerungen und vielleicht auch für ein gutes Gespräch.

00:00:16: Und genau dafür haben wir heute die richtige Bonds.

00:00:18: Astrid Krofler Autorin, Journalistin und Filmemacherin Sie hat mit Menschen über ihr Leben gesprochen, über das Älterwerden, über Abschied und über all das was am Ende wirklich zählt.

00:00:29: Sie hat da viele ganz persönliche Geschichten gesammelt und dabei auch gelernt dass sein Gespräch manchmal einfach nur eines braucht Jemanden wirklich zuhört.

00:00:38: Warum sie sich so intensiv mit dem Leben und dem Abschied nehmen beschäftigt?

00:00:43: Was ihr selbst aus diesem Begegnungal mitnimmt, und warum man mit neunzig noch längst nicht fertig sein muss!

00:00:48: Astrid Kofler jetzt bei dir Daniel

00:00:51: Feuer und Flamme

00:00:53: das

00:00:53: Sonntagsfrühstück.

00:00:55: Guten Morgen.

00:00:56: Hallo.

00:00:57: Was gehört für dich zu aller Heiligen dazu?

00:00:59: Also ich muss jetzt gleich einfach schon ausholen.

00:01:02: Friedhöfe sind für mich ein wunderbarer Ort der Ruhe, der Begegnung natürlich mit Verstorbenen aber interessanterweise auch mit mir selbst.

00:01:12: Ich liebe Friedhöfen Ich lieb es zu einer Heiligen am Abend auf den Friedhof zu gehen.

00:01:18: Also nicht in der Früh, wenn alle anderen auch dort sind sondern am Abend weil da ist so eine selige Ruhe also wirklich selig.

00:01:27: an so vielen Grabstätten brennen Lichtlein und das ist für mich eigentlich der besondere Moment.

00:01:32: Alles

00:01:32: gut oder alles wird gut heißen deine Bücher mit den Gesprächen mit neunzigjährigen.

00:01:37: Da sind Menschen dabei die musizieren, Sport machen, Kartenspielen also durchaus noch einiges vorhaben.

00:01:44: Wen von diesen Menschen würdest du uns jetzt am liebsten vorstellen und warum?

00:01:48: Also da tue ich mich einfach hart, jetzt ein bisschen zu antworten weil jeder Mensch für mich ganz wichtig ist.

00:01:53: Und jeder Mensch das zu erzählen hat.

00:01:57: Wenn ich dran denke dass deine Mutter die hatte glaube ich achtzehn Kinder.

00:02:01: Fünfzehn sind groß geworden.

00:02:03: der Mann war viel viel älter ist deswegen auch dann gestorben wenn es jüngste Kind gehabt geboren war.

00:02:10: vor solchen Müttern habe ich einen unglaublichen Respekt.

00:02:13: Was mich überhaupt einen alten Menschen so interessiert, ist eben genau dieses alles gut.

00:02:19: Wie auch die Mutter vom Andreas Pfeiffer, dem berühmten Südholer Journalisten hat mehrere Kinder begraben müssen und von vier Kindern ist eigentlich nur der Andreas übergeblieben.

00:02:32: und die hat trotzdem gesagt es war ein Glück dass sie da waren.

00:02:37: Sie sind jetzt gestorben Aber es ist alles gut.

00:02:41: Und dass diese Resilienz, die alte Menschen haben zu sagen Es ist alles Gut auch wenn sehr vieles nicht gut war aber nachträglich gesehen können sie loslassen Sie können annehmen und das ist für mir gesehen einfach etwas was wir von alten menschen lernen können und das wie einfach überhaupt im Leben lernen können Das passt glaube ich auch gut gerade zum allerheiligen tag dieses annehmen, dass jemand nicht mehr da ist.

00:03:08: Was haben sie dir über das Alter werden erzählt?

00:03:10: Also dass du so nicht erwartet hättest?

00:03:14: Nein es gibt ich dachte mir oft früher gerade im Alter und muss man weiter kämpfen, dass man jung bleibt und ja und so.

00:03:24: aber ich glaube eher dass es dieses annehmen isst hier auch eine gewisse innere Zufriedenheit gibt.

00:03:31: Und wenn du diese innere Zufriedenheit hast, kannst du mit dem Leben einfach viel besser umgehen.

00:03:36: und ich glaube, wenn man das Leben annimmt und nicht da und noch was will und noch etwas will dann lebt man schlussendlich besser und mehr in Frieden mit sich selbst.

00:03:44: und es ist ja bekannt dass wenn ich mit mir in Friedem bin, dann strahle ich das aus raus und dann sind auch die Menschen im Umfeld in Friede.

00:03:54: ein bisschen vielleicht ein bisschen mehr.

00:03:56: Worüber habt ihr am meisten gelacht, wenn du zurückdenkst?

00:04:02: Jetzt mit diesem Gespräch mit den alten Leuten.

00:04:06: Eigentlich die Lausbogen-Streich.

00:04:09: Mir hat das Spielen ... Kinder und vor allem der Jugendlichen.

00:04:16: Einer hat erzählt, wie sie schon begonnen haben als allererste auf dem Weiler am Berg oben ein paar Zimmer anzubieten in jungen Touristinnen.

00:04:26: Und wenn die Wandern waren, haben Sie die Pferde gestriegelt und das Pferdhaare ins Bett.

00:04:34: Gelegt.

00:04:35: Und die haben sich gewundert, die Touristinnen da ist so beißt und das ... Also so späse.

00:04:41: oder sie haben den Bauern.

00:04:43: ein anderer hat mir erzählt in Stilf Sie haben die Bauern eingesperrt im Stall am Abend dann sind sie nicht rausgekommen.

00:04:51: Oder sie haben die Mädchen getratzt, die Singprobe hatten oder im Kirchenkorb und haben die eingesperrt.

00:04:59: also diese, die haben ja nix.

00:05:04: Und diese menschlichen Streicher, jemanden zu trotzen.

00:05:07: Allein das Wort zutratzen, wer trotzt heute noch?

00:05:11: Ich finde es so nett auch dieses... Ja die haben getanzt, sie haben Monika gespielt, die haben einfach miteinander viel gefeiert.

00:05:21: Astrid du hast Germanistik und Theaterwissenschaften studiert bis dann doch Journalistin geworden!

00:05:26: Du hast eine Clown-Ausbildung gemacht.

00:05:29: Wie bist du da drauf?

00:05:30: oder wie ist es dazu

00:05:31: gekommen?!

00:05:34: Ich habe immer schon Clowns gelebt.

00:05:35: Schon als Kind hab ich meine Mutter angedroht, ich geh zum Zirkus ... keine Ahnung, woher das kamen.

00:05:42: Wir haben ja Sachen in uns, wohin wir nicht genau wissen.

00:05:46: Woher das kommt?

00:05:47: Ich hab dann diese Clown-Ausbildung gemacht.

00:05:49: In meinen Jüngsten war ich glaube ich drei Jahre alt.

00:05:52: Hab viel für die Kinderclown gemacht aber natürlich auch im Altersheim.

00:06:01: Mit einer zweiten Gemeinsame, es gibt ja immer den weißen und schwarzen Klauen die sich gegenseitig zuspielen damit man mehr Witze machen kann.

00:06:09: Wir haben alte Unterhosen angezogen.

00:06:12: Also das war gerade wenn man denkt dass die Menschen dort sehr viele Antemens hatten oder eben als Heimer Erkrankung oder so.

00:06:19: Und wir haben so alte Kleider mitgenommen und haben Mordesschau gemacht Die hatten so einen Spaß.

00:06:25: Das war richtig total toll.

00:06:27: aber ich habe in manche Personen haben aber auch ernster reden wollen.

00:06:32: Und mir hat dann einmal im Altersheim ein Pfleger, oder das jetzt wirklich lang her gesagt eine alte Person wollte mit mir eben auch über der Sterben reden was später passiert und ich habe hier zugehört und dann hatte pfleger gesagt hier im altersheim wird nicht vom sterben gesprochen in diesem altersharm es war der linische altersamt.

00:06:53: und dann dachte ich mir ja wenn ich nicht im altersheim davon spreche da wo dann?

00:06:57: Und dann habe ich den inneren Ruf gefühlt, auch weil mein Vater eher jung, also mit dem Alter das ich jetzt hab.

00:07:08: Also mit einundsechzig gestorben ist und sehr plötzlich ... Er hatte eine Lebensgefährle, also eine Krankheit ILS wo man sicher stirbt aber er ist viel früher gestorban und ich hatte nicht die Möglichkeit von ihm Abschied zu nehmen.

00:07:24: eigentlich Das hat mich einfach jahrelang beschäftigt.

00:07:29: Und deswegen bin ich dann zur Caritas und hab dort die Hospiz-Ausbildung als Freiwillige gemacht, da kann ich jetzt wirklich sitzen mit alten Menschen und lang mit ihnen reden und ihnen

00:07:41: zuhören.".

00:07:42: Darüber

00:07:42: sprechen wir gleich noch ausführlich.

00:07:43: aber nochmal zurück zum Clown.

00:07:45: also so diesem Clown Job kannst du seitdem auch besser über dich selbst lachen vielleicht?

00:07:50: Auf alle Fälle.

00:07:53: Also Clowns sind nicht nur Humorvoll Es gibt auch sehr traurige Clowns.

00:07:58: Aber ein Humor hilft absolut, wie soll man sagen?

00:08:04: Sich selber oder eine Situation von außen zu betrachten.

00:08:08: und dann bin ich wieder bei diesem Annehmen.

00:08:10: also ich steige oder ich schaue mir selbst zu beim Humor und kann über das eine oder andere lachen und dieses Annehmen können von einer Situation die so ist oder so ist sehr, sehr viel leichter als drinnen bleiben und immer wieder in einer Spirale oder einem Vogelkäfig um das gleiche Thema rumzukreisen.

00:08:34: Das

00:08:34: ist der Sonntagsunstück an aller Heiligen!

00:08:36: Bevor wir ausschuldig darüber sprechen wollen wir dich privat kennenlernen.

00:08:40: Du hast einmal erzählt dein ältester Sohn war noch klein.

00:08:43: ihr wart zu Besuch bei einem älteren Herrn da viel geredet hat bis dein Sohn sie ihm gesagt hat Warum erzählst du soviel Käse?

00:08:53: Das ist eine so nette Geschichte,

00:08:55: oder?

00:08:55: Ja das ist eine total nette Geschicht.

00:09:00: Ich weiß auch noch wer das war.

00:09:02: Es war so nett.

00:09:03: Unglaublich!

00:09:06: Ich habe jetzt die Geschichte selbst vergessen und ich bin ganz verrundert dass du diese Geschichte kennst.

00:09:11: aber ich hab relativ direkte Kinder auf das ich sehr stolz bin.

00:09:16: sie sind Jugendliche oder eigentlich Erwachsene.

00:09:21: mein ältester Sohn ist auch Journalist.

00:09:24: Das finde ich extrem nett.

00:09:27: Stimmt, er ist einfach dem auf den Schoß gehupt.

00:09:30: Der Journalist?

00:09:31: Also das war der

00:09:32: Franz von Walter.

00:09:34: Okay aber ich meine dein Sohn war schon ... also der Journalist hat das damals gefangen.

00:09:37: Ja, jeder heutige Journalist genau und er hat wirklich erzählt, erzählt und er ruft dem auf die Schoße.

00:09:45: Und da war nur ein Moment, hatte ihn gehalten dieser alte Herr.

00:09:50: und dann hat er gesagt ja du hast recht!

00:09:53: Unglaublich.

00:09:55: Also Kinder führen dir so viel vor Augen und ich habe im ältesten Wund in Wien, dann sehe ich leider nicht zuviel.

00:10:05: meine Tochter ist zum Studium zurückgekehrt die macht jetzt Kapitän Master bald fertig in soziale Arbeit unter Jüngsten.

00:10:12: Der ist noch hier, der ist Künstler und bei einer Band.

00:10:17: Die führen mir so viel vor Augen!

00:10:20: Ich muss immer wieder lernen von ihnen.

00:10:27: Du

00:10:27: an einem Sonntag wie heute?

00:10:29: Was kommt bei dir auf den Frühstückstisch?

00:10:31: Das gefällt mir und darauf habe ich Lust jetzt.

00:10:36: Ich richte am Abend Haferflocking mit Kiersamen, Leinsamen und Pisselle Flohsamen.

00:10:46: Mit Hafermilch oder Reismilch jedenfalls veganer Milch.

00:10:51: Und das riecht ihr am Abend?

00:10:53: Dass es ein richtiger guter Brei ist!

00:10:55: Und in der Früh gebe ich dann noch Gafensirup drüber oder Aarhorn-Sirup.

00:11:02: Ich versuche mich ganz fest daran zu halten, in der früh etwas... trinken, weil der Körper ja viel Wasser verliert in der Nacht.

00:11:10: Dann esse ich das und ich versuche zu warten bis dann der Kaffee kommt.

00:11:17: Man sollte nicht den Kaffees direkt trinken.

00:11:19: Das tut dir nicht so gut für den Magen.

00:11:21: Aber das ist gerade an Tagen wo ich Zeit habe und nicht irgendwohin muss... Kein

00:11:26: Stress hast du?

00:11:27: Ja, dann gelostet mich der Kaffee und ich schon länger geschlafen hab.

00:11:31: Dann gelostete mich der Café.

00:11:33: wahnsinnig!

00:11:34: Abschied

00:11:34: nehmen.

00:11:35: Du hast dich mit diesem Thema nicht nur für dein Buch oder deine Bücher beschäftigt, über das wir gleich noch ausführlich sprechen werden.

00:11:43: Das auch die Ausbildung für die ehrenamtliche Hospizbegleitung gemacht.

00:11:47: Hast du vorhin ganz kurz angerissen und engagierst dich in diesem Bereich?

00:11:52: Warum ist dir das so wichtig?

00:11:54: Wenn ich es richtig aus deiner Erzählungen zusammenfassen kann, dann liegt es vor allem daran dass du dich von deinem Vater persönlich nicht verabschieden konntest!

00:12:05: Das stimmt, wobei ich immer schon eine gewisse Affinität zum Sterben hatte.

00:12:12: Warum?

00:12:12: Oder woher kommt das?

00:12:16: Das ist das was ... Na, das kann ich nicht genau beantworten.

00:12:20: Ich weiß es nicht aber ich glaub uns prägen gewisse Vorlieben, die wir nicht alle beantworten können.

00:12:28: Heutzutage forscht man ja so viel in der Epigenetik über diese transgenerationalen Traumatas.

00:12:36: Also weiß was mein Großvater oder Urgroßmutter mir mitgegeben hat.

00:12:42: Ich bin einfach schon als Jugendliche mein Person gerne auf Friedhöfe gegangen.

00:12:47: Wenn ich irgendwo unterwegs bin, gehe ich einfach das Erste, was ich tue, sei es in Prag oder Marrakesch, die Saliagreber ... Oder ich war in Johannesburg im Soweto.

00:13:00: Das war in der Bartheit dieses Ortsteils und diese Vorstadt, wo nur Schwarze leben durften.

00:13:09: Und dort gibt es einen Friedhof.

00:13:11: Das ist unglaublich.

00:13:12: da, die haben so weiß angemalte Gitter um jedes Grab herum wie ein kleiner Garten.

00:13:21: Ich bin einfach gern dort, man kann zu viel erfahren über Völker ... ich kann das nicht!

00:13:32: Und dann muss ich auch sagen, ich bin ganz fest überzeugt dass die Endlichkeit also unsere Endlichkeit unser Leben lebenswert macht.

00:13:40: Ohne jetzt das jetzt zu übertreiben wir müssen nicht sagen oh ich muss eh sterben.

00:13:47: nein das wäre falsch.

00:13:48: aber so reinholen dass wir das Leben als Geschenk sehen Ich glaube dann machen wir uns wirklich ein großes Lebensgeschenk weil es Leben ein Geschenke ist.

00:14:00: Wann war bei dir der Moment, wo du das für dich so klar und bewusst erlebt hast?

00:14:05: Wo du wirklich gesagt hast, dass Leben ist ein Geschenk für mich.

00:14:07: Und ich habe auch keine Angst vor dem Tod!

00:14:11: Ich bin im September im Jahr of two thousand thirteen.

00:14:16: Weil ich mit dem Kameramann Helmut Lechthaler, mit dem ich seit dreißig Jahren wirklich viel zusammenarbeite und wirklich viel, viel erlebt hab... Wir waren auf der Zwickauer Hütte und ich bin dann noch hinauf.

00:14:31: Es war schon Nachmittag, fünf Uhr, es hat ein bisschen leicht geschneit gehabt.

00:14:35: Noch so hat mir jemand angespannt gesagt, komm jetzt was du so viel auf den Bergen heuer da gehen wir auch noch hinaauf auf den Seelenkugel.

00:14:43: und das hat uns einen jungen Mann überholt.

00:14:46: er ist so ein angehender Pastor gewesen Mit nur einem Weih, so ein Kreuzsack-Helle hat dann Würdel hängen gehabt.

00:14:52: Und sonst nix, der ist da raufgelaufen.

00:14:54: und ich hab mir den ganzen Weg gedacht, nein, du kommst jetzt nicht mehr rauf.

00:14:58: Ich habe zu der Person gesagt, na, ich komme da jetzt nicht nachhauf bzw.

00:15:02: ich komme nicht mehr runter, ich spüre das ganz fest.

00:15:05: Dann siehst du, na nein, da gehen wir

00:15:06: rauf.".

00:15:07: Und dann kam er runter und sagt, dreht es um.

00:15:09: Es ist ganz schlüpfrig und gefährlich.

00:15:11: Wir drehen um und dann bin ich runtergepurzelt.

00:15:15: Wie die Bergretter danach gesagt haben ... Und es ist jetzt nicht direkt runtergegangen im freien Fall.

00:15:22: Das hätte ich nicht überlebt, aber ich bin immer wieder auf den Kopf und wirklich siebzig Meter zum Glück gepremst.

00:15:31: Ich bin wirklich diesen jungen Mann vor die Füße gefallen.

00:15:35: Der hat oft allen Vieren gekrappelt und hat mich in Sicherheit gezogen weil's dort auch noch abschüssig war wo ich war.

00:15:42: Er hat die Rettung geholt Das Gefühl, da ist ein weißer Engel mit großen Flügeln, der mich aufhält.

00:15:51: Und ich habe darüber eigentlich lang nicht gesprochen bis sich mit dem Primar Pizzenini in ... von der Anästhesie und Wiederbelebung.

00:16:04: Der hat mir gesagt, Astrid das ist auch eine Nahtoderfahrung.

00:16:07: Man muss immer nicht ... Viele Menschen haben Nahtoterfahrungen, die es gar nicht wissen.

00:16:11: Und man muss nicht unbedingt durch dieses Tunnel mit dem Licht am Ende, sondern du kannst auch anders ... Es gibt auch eine andere Form von Nahtotafahrung.

00:16:21: Und in diesen siebzig Metern, das ganz kurz war ... Da hab ich mir gedacht mal ist das schön zu sterben?

00:16:27: Ich habe alles getan!

00:16:28: Ist wie ruhig und ich unternach ... Also ich kann dann Rettungen ins Krankenhaus.

00:16:34: Ich hatte siebenundsechzig Stiche.

00:16:36: Habe ich auf der rechten Kopfseite und da bin ich im Bett gelegen.

00:16:40: und dann dachte ich mir Du hast ein Kind, das ist acht Jahre alt.

00:16:46: Das ist dreizehn-einsviertel und du wärst bereit gewesen zu gehen?

00:16:49: Du hast wirklich noch einen Job!

00:16:51: Und du hast überlebt weil du noch keinen Job hast.

00:16:54: Sprechen wir jetzt ausführlich über dein Buch Sterben des Lebens heller Schatten.

00:16:59: Dafür hast du dreißig Gespräche geführt mit Krankenangehörigen und Menschen die andere beim Abschied begleiten Und Tosja hat ein Buch hier mitgebracht und da ist wirklich diese Hütte um, über die wir gerade eben gesprochen haben.

00:17:12: Genau, das ist oberhalb der Hütte eben genau dort wo ich runtergestürzt bin.

00:17:16: Ich danach einige Jahre später noch einmal hoch mir das anschauen und es ist unglaublich wie.

00:17:24: da ist immer ein Foto auf dem Buch man sieht den dunklen Berg aber man sieht wie durch das Tal noch einen Licht reinkommt und ein Stück von einer Materialseilbahn und also es gibt immer einen Halt immer ein Licht und das klingt vielleicht pathetisch oder theatralisch.

00:17:42: Das ist es nicht, ich bin mir absolut überzeugt!

00:17:45: Und ich habe so wahnsinnig viel gelernt in diesem Buch weil ich hab zum Beispiel Eltern die ihr Kind bei einer Herzoperation verloren haben.

00:18:02: Für mich selbst eines der beeindruckendsten Interviews sie hat die Mutter gewusst, als das Kind schwanger war.

00:18:08: Dass es ein Herzproblem haben wird.

00:18:10: Ärzte hatten ihr geraten eher abzutreiben was sie nicht getan hat.

00:18:15: Sie haben sich ganz bewusst für dieses Kind entschieden und es ist achtzehn Jahre alt geworden.

00:18:20: Und dann bei der Herztransplantation, die hat es da nicht überlebt.

00:18:24: aber dieses danken dass ich denke einen kind zu verlieren ist glaube ich wirklich das schlimmste weil es einfach vom Nicht vorgesehen ist.

00:18:33: man kann Ein Elternteil, die sind schon älter.

00:18:38: Ist sehr traurig und mir hat jemand, der den Vater mit fast hundert verloren hat gesagt, er war irgendwie einfach die engste Person in meinem Leben.

00:18:49: Das ist natürlich ein furchtbares Schmerz.

00:18:51: aber da kann man vielleicht sagen okay, der hat hundert Jahre gelebt.

00:18:54: Aber ein Kind das so mitten erst beim ... Erst achtzehn Jahre ist und noch so viele Träume hat, das ist schon ganz furchtbar.

00:19:04: Das wollte ich im Einhaken dieses Helle in deinem Buchtitel.

00:19:08: Wo findet man das bei so einem Thema?

00:19:11: Also etwas Helles jetzt wie du das von einem Kind erzählt hast oder auch aus meiner Familie eine ähnlichen Fall hatte letztes Jahr an Weihnachten.

00:19:21: Wo findet man in solchen schlimmen Situationen das Helle?

00:19:30: Die Trauer ist auch etwas Hellers!

00:19:35: Es gibt doch den schönen Spruch, die Trauer ist die Lösung.

00:19:38: Also viele Menschen schämen sich das sie trauern.

00:19:41: Die Trauer isst etwas ganz natürliches und ganz wichtig ist jeder Mensch trauert anders.

00:19:51: Und ich glaube auch dass wir den Mut haben sollten.

00:19:56: wenn wer jemanden sehen der traut sollten wir den mut haben die Straßenseite zu wechseln und zu dieser Person zu gehen anstatt in eine andere Richtung, weil man nicht weiß wieder mit umgehen.

00:20:09: Das ist oft das Problem ja?

00:20:10: Nein wir sind als außenstehende Menschen wissen wir nicht und denken vielleicht sage ich das falsche.

00:20:17: Jeder Mensch trauert anders.

00:20:18: Deswegen kann es schon sein, dass ich das Falsche sage.

00:20:21: Aber ich kann auch hingehen und sagen wie geht's dir?

00:20:24: Kann ich etwas für dich tun?

00:20:26: Jemanden einfach einen Kuchen bringen, jemanden einladen spazieren zu gehen auf andere Menschen zuzugehen?

00:20:32: Und ich glaube, das sind die hellen Punkte die andere Menschen uns geben können.

00:20:41: Du hast

00:20:41: vor einigen Jahren etwas sehr Persönliches erzählt, nach dem Tod deines Vaters haben Menschen aus Rücksicht nicht mehr angerufen.

00:20:47: sie wollten dich nicht stören und genau darüber haben wir vorhin gesprochen.

00:20:54: es geht eigentlich darum dass wir den Mut haben andere anzusprechen die gerade trauern.

00:21:00: wie fassen wir den mut?

00:21:01: oder was möchtest du uns diesbezüglich mit auf den weggeben?

00:21:05: Weil man will ja nichts Falsches sagen beispielsweise.

00:21:08: Ich glaube, das Beste ist einfach auszublenden was man tun soll und nicht tun soll.

00:21:16: Und ich durfte in diesem Jahr eine Ausbildung machen positive Konfliktgestaltung oder positive Konfikkultur.

00:21:27: Und eins der ersten... Man glaubt es nicht aber es ist die Wahrheit.

00:21:31: eines der ersten Punkte der uns zum Streiten bringt oder einen mini-kleinen Konflikt nicht streiten.

00:21:42: Aber etwas in uns auslöst, was uns nicht gut tut ist, dass wir Ehrlichkeit mit Höflichkeit wechseln.

00:21:49: Ehrlichsein ist immer wichtiger als höflich sein.

00:21:53: Man muss ja nicht rupig ehrlich sein und man kann auch netter ehrlich sein aber zu höflig sein oder denken, was muss ich jetzt so tun?

00:22:04: einfach überhaupt nicht gut.

00:22:07: Und da passiert etwas, was vielleicht der andere spürt.

00:22:11: Also wenn ich jemanden sehe und ich sehe diese Person trauert ... Ich glaub, ich geh einfach zu dieser Person dazu.

00:22:20: Und ich sag, ich weiß jetzt selbst nicht ganz genau, was ich dir wünschen soll?

00:22:25: Ich wünschte das, was du dir wünschst!

00:22:27: Aber ich bin halt einfach da, reden mal drüber, erzähl mir.

00:22:31: Wenn ich mit jemandem mit leide dann nehme ich ihn eigentlich nicht mehr ganz ernst.

00:22:38: Na wirklich, das tut mir so leid!

00:22:41: Also da muss ich ein bisschen aufpassen dass ich einfach da bin und aber auch nicht den anderen verkleinere indem ich das sich einfach respektvoll und mit Ehrfurcht jeden Menschen begegne.

00:22:56: Du

00:22:56: und dieses melde dich wenn du etwas brauchst, das kennen wir alle.

00:23:00: Ist das eine Hilfe oder weniger?

00:23:02: Ich denke

00:23:03: mal ... Oder ist es ein Weiterschieben?

00:23:07: Wie würdest du das beschauen?

00:23:08: Ja, genau so wie du sagst.

00:23:10: Ich glaube, es ist fast ein bisschen ein Weiderschieben.

00:23:13: Das ist wie wenn ich einem Menschen, der eine Depression hat, sage, mag ich hinaus spazieren!

00:23:19: Das Wetter ist ja so wunderschön und spaziert gut.

00:23:22: Wenn ich die Depression habe, kann ich nicht hinaus gehen spazierend, weil ich nicht raus kann einfach.

00:23:29: Und ich glaube, wenn ich sage Und genau deswegen Leuten einen Kuchen bringen oder Leute sagen, kommen wir zwei.

00:23:37: Heute ist das Wetter schön.

00:23:38: Gehen wir mal spazieren?

00:23:41: Keine Ahnung ins Kino oder sonst wo, ich glaube aktiv werden und jemanden einfach Besuchen und Abholen und Einladen.

00:23:50: Das ist was anderes als nur sagen melde dich.

00:23:53: Sprechen wir jetzt gemeinsam über dein Buch von Rückkehr Flucht und Suche nach Heimat?

00:23:58: Da haben einige Südtiroler von ihrem Leben nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt vom verlorenen Heimat und auch vom Neubigen.

00:24:05: wie gut würdest du sagen können wir eigentlich die Geschichte unserer eigenen Eltern und Großeltern?

00:24:11: Oh Gott, jetzt muss ich das Buch kurz vergegenwärtigen wie ein Fotografie.

00:24:17: Wie funktioniert das?

00:24:17: Jetzt wie bei einer Festplatte.

00:24:19: Legst du mal eine Festplate rein oder

00:24:21: was?

00:24:21: Weil wir noch sehr billige Menschen sind, die immer an irgendwelche Fotostecken... Also ich habe in dem Buch, ich glaube das sind neunzehn Geschichten und es sind zwölf Geschichten von Rückkehrern- oder Rückkehrer-Kinder.

00:24:35: also ich kann heute nur mehr die Kinder Die Kinder, die damals geboren sind in den Dreißigerjahren.

00:24:45: Die sind jetzt neunzigjährig.

00:24:47: Also ihre Eltern kann ich nicht mehr in diesem Alter schon verstorben.

00:24:56: Es sind wiederum viele Geschichten.

00:24:58: Zwölf Geschichten sind wirklich von den Rückseelern, und es sind einige andere Geschichten auch von Personen die hier die Heimat verloren haben.

00:25:05: Mir war das ganz wichtig um das alles in einen größeren Kontext zu verlieren.

00:25:11: Denn auch hier eine Frau hat ihre Heimat verloren im Plumao weil eben beim Bahngleis entlang des Bahngleises viel bombardiert wurde und das Haus eben bombardiert worden ist in dem sie lebte.

00:25:26: und die ganzen Kinder sind verteilt worden.

00:25:28: Und haben eigentlich nie mehr Heimat gespürt.

00:25:32: oder eine andere Frau ist stief munter gestorben, also es sind auch andere Geschichten drin.

00:25:38: Was mich schon sehr bewegt hat, Ja, von einer Frau sei es im Finschgrau als auch vom Siegner.

00:25:46: Die haben sehr ähnliche Geschichten erzählt.

00:25:48: Sie sind raus, sind nach Merischkomau oder in Tschechieni heutige Tschechi gekommen und haben noch miterlebt wie an Ort und Stelle.

00:25:58: Besitzer des Hofes, auf denen sie gekommen sind, selbst vertrieben wurden.

00:26:02: Also sie sind irgendwo hingekommen, wo da vorher auch Menschen gelebt haben und natürlich die ganzen Knechte und Mägde, die Sie dann übernommen haben, die waren natürlich nicht auf ihrer Seite.

00:26:14: Andere haben erzählt, sie sind nach Wien gekommen und das war sicher eine Wohnung in der früher Juden gelebt hatten also dass es sicher nicht einfach gewesen ist.

00:26:24: Und diese eine Frau hat erzählt, wie dann die Russen kamen und der Mann ist gleich eingezogen worden.

00:26:31: Und sie musste mit den Kindern wieder zurück.

00:26:34: und dieser Weg zurück durch ein kriegsgebeuteltes Europa drei, vier Monate in irgendwelchen Fevergons wo sie dann lang nicht aussteigen konnten, wo sie vielleicht kaum etwas zu essen hatten nur einen Loch im Vagon auf die Toilette gehen konnte, dann sind sie wieder in den Lager gekommen.

00:26:54: Da wurden sie mit irgendwelchen Mitteln geduscht gegen Krankheiten und Leuse und so.

00:27:02: Also diese Rückkehr, die muss furchtbar gewesen sein.

00:27:06: Eine Mutter hatte vier Kinder und sie ist mit den zwei mittleren Töchtern auf einen Wagon gekommen.

00:27:13: Und die ältere Tochter, die war ungefähr sechzehn Die ist mit ihrem jüngsten Bruder der war ungefähr sieben Auf ein anderes Lastauto gekommen, die sind getrennt worden haben sich dann erst nach drei Monaten.

00:27:28: Aber die Mutter hat, das muss man sich so vorstellen.

00:27:30: Das waren Flüchtlingsströme und ganz viele Menschen, die da gegangen sind.

00:27:34: Links und rechts waren dann immer wieder Tote oder sind in der Donau Tote geschwommen.

00:27:38: Und die Mutter hatte jeden Toten aufgeklappt und umgedreht und gesagt, das sind meine Kinder oder sind das meine Kinder?

00:27:45: Die

00:27:45: andere Schwester hat Geschichte erzählt wie sie nur in der Nacht wandern konnten und sie musste ihrem Bruder Dau und Ohr feigen, damit er endlich weitergeht.

00:27:53: Weil der Arme-Pupp mit sieben nicht mehr weitergehen konnte.

00:27:56: Das ist schon unglaublich!

00:27:58: Astrid von dir weiß ich, dass du mal gesagt hast früher, wär' ich gern berühmt gewesen um etwas bewegen zu können?

00:28:03: Heute siehst du das bestimmt anders oder bei dem was du alles geschaffen hast?

00:28:07: Ich möchte schon bewegen aber ich habe eine...ich fühle mich so verantwortlich hier und da auch mit schwierigeren Themen auseinanderzusetzen.

00:28:18: Was mich jetzt schon Ich lass mich jetzt auch gern bewegen.

00:28:23: Ich lasse mich gerne von meinen Kindern, meine Tochter, die vegan ist.

00:28:28: Lass ich mich einfach bewegen und ich möchte verstehen was dahintersteckt.

00:28:34: Also es sind ... ich lass mich auch gerne bewegen!

00:28:36: Deshalb noch meine Frage wer hört dir eigentlich zu wenn du mal reden möchtest?

00:28:41: Also ich wohne eigentlich allein jetzt mit Hund Und ich brauche ganz fest dass alleine sein.

00:28:50: Ja, ich bin extrem gerne allein.

00:28:53: Ich bin dadurch, dass ich so viel zuhöre an den Menschen und so wahnsinnig gern zuhöre.

00:29:01: Bin ich gern in Ruhe abends alleine bei mir.

00:29:07: Es hat interessanterweise ... In diesem alles gut ein Älter hergesagt.

00:29:12: Wenn ich mit mir bin, bin ich im besten Gesellschaft.

00:29:14: Ich habe das damals, na ja, seit Jahrzehnteinzehn Es ist extrem hochnäßig gefunden und ich würde das auch nicht so ausdrücken, aber ich bin eigentlich gerne allein.

00:29:26: Aber wer mir zuhört?

00:29:28: wenn man sowie du auf den Druckknopf drückt dann kann ich reden und mich nicht mehr bremsen, aber Ich glaube ich kann auch gut still sein.

00:29:37: Und wie bist Du denn am liebsten Still?

00:29:39: bei einem guten Buch wiederum?

00:29:40: Bei einem Tee oder Schaust du mal fern?

00:29:43: Also ich muss jetzt wirklich gestehen, ich darf das gar nicht laut sagen weil ich ja viel mehr oder eigentlich Fernsehdokumentationen mache.

00:29:52: Ich schau nie Fernsehen!

00:29:53: Wenn es gut geht... Vielleicht eineinhalb Stunden, gerade weil ich einmal im Jahr bügeln muss.

00:30:02: Wirklich im Jahr?

00:30:05: Ich gehe ab und zu ins Kino, dann gehe ich wirklich ins Kinos und schaue mir das an.

00:30:10: Aber Fernsehen kann den Fernseherbrett nicht mehr einschalten inzwischen.

00:30:15: Über's Filme machen haben wir heute noch gar nicht so viel gesprochen.

00:30:18: Wie sehr liebst du diese Materie?

00:30:20: Ansonsten würdest du es nicht machen, kann ich mal vorstellen!

00:30:23: Ich habe vor allem mit zwei Kameramännern gearbeitet, jetzt dreißig Jahre.

00:30:27: Mit dem Günter Neumeier und den Helmut Lechteiler.

00:30:31: Wir haben extrem viele Fernsehdokumentationen machen dürfen und das Schöne ist ich muss vor Ort hinfahren!

00:30:39: Ich hab Südtirol wirklich kennenlernen dürfen.

00:30:44: wir waren auf extremen vielen Bauernhöfen bin ich einfach wirklich mit ganz authentischen Menschen unterwegs und das hat sich natürlich auch vieles geändert.

00:30:57: Ich kann mich erinnern, wir sind auf den Spuren der Erben der Einsamkeit.

00:31:03: Wir sind von diesem wunderschönen Buch die Erben einer Einsamheit.

00:31:08: Das ist inzwischen schon über fünfzig Jahre alt.

00:31:12: damals was.

00:31:14: Da sind wir hingefahren und haben geschaut, was hat sich geändert seit?

00:31:17: die Straßen gibt dorthin.

00:31:21: Und da haben wir zugeschaut wie sie das Brot backen, wie sie der Erde rauf gratteln.

00:31:28: Ich liebe diesen direkten Kontakt mit Menschen und ich finde den habe ich durch das Fernsehen oder durch das Filmen am intensivsten mir gefällt.

00:31:39: Es ist sehr anstrengend Ich bin nicht abgesichert.

00:31:46: Meine Pension wird mini sein, aber andererseits habe ich einfach ... Ja, ich durfte so viel Zeit mit extrem tollen Menschen verbringen.

00:32:01: Es hat alles fortgenommen.

00:32:03: Aber ist es für dich jetzt leicht ein gutes Buch zu schreiben oder einen besonders guten Film auch zu drehen?

00:32:09: Was ist leichter?

00:32:11: Die Bücher sind mir eigentlich, werden mir immer wichtiger und werden

00:32:17: auch

00:32:19: wirklich noch regelmäßiger werden.

00:32:22: Weil ich gern mit mir bin bzw.

00:32:26: Ich kann bei Büchern ein Kameramann nicht so viel dem abgewinnen wenn ich einen Interview von drei Stunden oder zwei Stunden mache.

00:32:34: Er muss natürlich auf die Bilder schauen.

00:32:36: Interviews sind für die anderen, sind zum Drehen langweilig.

00:32:40: Bei Büchern kann ich wirklich lang sitzen.

00:32:43: Ich habe das gemerkt zwischen alles gut und alles wird gut.

00:32:46: Eines hab' ich im Jahr two-tausend neunzehn gemacht – eins, zwei-taussend einundzwanzig!

00:32:50: Bei Alles Wirt Gut, das war in Covid oder nach Covid, die ganzen Interviews, die Leute haben noch einmal doppelt so lange gebaut.

00:32:58: Die waren so froh dass sich da war und hätten wir alles erzählt.

00:33:02: Da habe ich gemerkt, wie wichtig auch das für mich ist dass ich die Ruhe hab und da ohne Scheniert stundenlang sitzen und zuhören kann.

00:33:09: Jetzt noch unser Abschlussspiel.

00:33:11: einfach meine Sätze bitte schön kompletzieren!

00:33:13: Eine gute Geschichte beginnt...

00:33:16: Mit nachdem.

00:33:17: Wenn ich zuhöre

00:33:18: Dann geht mir das Herz auf.

00:33:20: Aller Heiligen bedeutet es mir

00:33:24: Noch intensiver bei Verstorbenen sein und dankbar sein.

00:33:29: Meine Kinder würden über mich sagen

00:33:32: Mamie, red nicht zu viel.

00:33:33: Über mich selber lachen kann ich?

00:33:36: Eigentlich immer

00:33:38: Mit neunzig möchte ich

00:33:41: Also wenn ich gesund bin gerne leben.

00:33:44: Eine Erinnerung die mich zum Lächeln bringt ist

00:33:49: Die Ringeblüten, Ringebloomenblüte auf meiner Dachterrasse mitten in der Stadt In der Fußgängerzone Die vielen Bienen drauf.

00:33:57: Zu Hause fühle ich mich

00:33:59: Wo Bücher sind.

00:34:01: Ein gutes Buch darf

00:34:03: Mich bewegen.

00:34:04: Zeit nehme ich für?

00:34:07: Meinen Hund zu meditieren.

00:34:10: Am liebsten esse ich!

00:34:12: Lasagne, vegane.

00:34:14: Dankbar bin ich für

00:34:15: das Leben

00:34:16: und ich werde auch weiterhin

00:34:19: das Leben lieben.

00:34:20: Ja herzlichen dank liebe Astrid.

00:34:22: Das letzte Wort hier im Sonntagsfrühstück gehört immer meinen Gästen.

00:34:25: also dir bitte schön

00:34:26: ja danke fürs Zuhören und danke für die superfragen.

00:34:31: Und einen schönen Tag einem bewussten schönen tag ein.

00:34:37: Ich finde bei Astrid merken wir schnell, sie stellt nicht nur Fragen.

00:34:40: Sie hat auch wirklich eine tolle Frau!